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/ 11.02.2016
Laura Asarite

Europeanization through Equality Bodies. A Baltic Sea Region Perspective

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2015 (Europawissenschaftliche Schriften der Europa-Universität Flensburg 3); 245 S.; brosch., 49,- €; ISBN 978-3-8487-2148-1
Rechtswiss. Diss. Flensburg; Begutachtung: C. Gaitanides, M. Koeppen. – Die Europäische Union – oder besser: ihre Institutionen, Strukturen, Prozesse, Politikfelder und nicht zuletzt ihre Akteure beziehungsweise deren Akteursfähigkeit – lädt zu ganz unterschiedlichen Bewertungen ein. Sie wird mit immer neuen, in ihrer Reichweite und Wirkung immer komplexeren Problemstellungen konfrontiert. Das gilt spätestens seit dem Jahr 2000 auch für das Thema Diskriminierung, dem die EU seither alleine vier Richtlinien gewidmet hat. Das deutsche Pendant dazu ist das Antidiskriminierungsgesetz aus dem Jahr 2006. Von daher ist die Ausgangslage für Laura Asarite, derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Flensburg, also klar definiert und doch widersprüchlich besetzt. Denn einerseits wirkt die EU durch ihre Gesetzgebungspraxis auf die Mitgliedstaaten ein (Harmonisierung), während sie andererseits die Anpassungsprozesse (Europäisierung) ihrer Mitgliedstaaten und der Beitrittsaspiranten an ihre Normen und Standards orchestriert. Beide Prozesse sind nun in ihrer jeweiligen Wirkungsweise (zum Beispiel mit Blick auf die maßgeblichen Netzwerkmuster) schon länger Gegenstand der Analyse. Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Sphären und die sich daraus ergebenden Folgen – etwa im Sinne einer inhaltlichen Verstärkung der avisierten Zieleffekte – wurden und werden dagegen noch viel zu wenig gewürdigt. Genau hier setzt Asarite mit ihrer Arbeit an, da sie fragt, wie die vorhandenen Netzwerkstrukturen auf der Ebene der Mitgliedstaaten für den von der EU propagierten Gleichbehandlungsgrundsatz kompatibel gestaltet werden können. Dafür muss sie zunächst das Konzept der legalen Harmonisierung mit der Zielsetzung der Integration und der Reichweite der Europäisierung spiegeln, um daraus auf die vermuteten Zieleffekte (inhaltliche Ausgestaltung) rekurrieren zu können. Auf dieser Grundlage kann sie eine qualifizierte und lesenswerte Aussage über die Arbeitsweise der EU auf dem Gebiet der Gleichbehandlung machen. Ihre Fallbeispiele – allesamt der Ostseeregion entlehnt – hätten aber mehr an Tiefe gewonnen, wären die regionalen Körperschaften, hier etwa der Ostseerat, stärker gewürdigt worden.
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Rubrizierung: 3.13.2 Empfohlene Zitierweise: Martin Schwarz, Rezension zu: Laura Asarite: Europeanization through Equality Bodies. Baden-Baden: 2015, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/39382-europeanization-through-equality-bodies_47805, veröffentlicht am 11.02.2016. Buch-Nr.: 47805 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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