/ 21.06.2013
Ferdinand Wollenschläger
Grundfreiheit ohne Markt. Die Herausbildung der Unionsbürgerschaft im unionsrechtlichen Freizügigkeitsregime
Tübingen: Mohr Siebeck 2007 (Verfassungsentwicklung in Europa 2); XXVI, 449 S.; Ln., 74,- €; ISBN 978-3-16-149243-3Rechtswiss. Diss. München; Gutachter: Peter M. Huber, Rudolf Streinz. – Nach gängiger Interpretation verfolgte die Einführung der Unionsbürgerschaft im Vertrag von Maastricht eine „vage und diffuse Zielsetzung“ (1). Als ein Akt symbolischer Politik, mit dem ein bürgernahes Europa betont werden sollte, wurde der rechtliche Bestand der bereits gewährleisteten Freiheiten im Binnenmark zunächst nicht grundlegend erweitert. Wollenschläger zeichnet in seiner Studie zum unionsrechtlichen Freizügigkeitsregime Entwicklungsschritte auf, die maßgeblich auf der Rechtssprechung des EuGH beruhen und dem Konzept der Unionsbürgerschaft schrittweise weit reichende Bedeutung verschafften. Zielten die Freizügigkeitsrechte vor dem EU-Vertrag auf die Teilnehmer am Binnenmarkt, so wurden mit der Unionsbürgerschaft erstmals in der Geschichte der europäischen Integration die Grundlagen für einen allgemeinen Rechtsstatus geschaffen, der alle Bürger der Mitgliedstaaten einbindet, unabhängig von ihren beruflichen und wirtschaftlichen Aktivitäten. Das Freizügigkeitsregime wurde somit zu einer „Grundfreiheit ohne Markt“ und damit zum Kernbestandteil einer zur nationalen Staatsbürgerschaft komplementären Angehörigkeit als Unionsbürger.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 3.1 | 3.2
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Ferdinand Wollenschläger: Grundfreiheit ohne Markt. Tübingen: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27601-grundfreiheit-ohne-markt_32393, veröffentlicht am 16.08.2007.
Buch-Nr.: 32393
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
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