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/ 05.06.2013
Antje Mohr

Hessen und der Länderrat des amerikanischen Besatzungsgebietes. Möglichkeiten und Grenzen länderübergreifender Kooperation in den Jahren 1945-1949

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1999 (Europäische Hochschulschriften: Reihe III, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 816); 441 S.; brosch., 98,- DM; ISBN 3-631-33826-0
Geschichtswiss. Diss. Gießen; Erstgutachter: H.-J. Schröder. - Mohr liefert mit ihrer Arbeit über den Länderrat einen regionalgeschichtlichen Beitrag zur Erforschung der Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland. Diesem von der amerikanischen Besatzungsmacht geschaffenen Koordinationsgremium gehörten die Ministerpräsidenten der Länder der amerikanischen Besatzungszone an. Die Autorin untersucht insbesondere die Erwartungen Hessens an den Länderrat und "den Beitrag, den das Land zum Auf- und Ausbau sowie zur Funktionsfähigkeit der Zonenorganisation lieferte" (20). Als eine Besonderheit arbeitet sie die "Spannungsfelder und Zielkonflikte" (23) heraus, denen die hessische Politik unterlag. Hinsichtlich der allgemeinen Bedeutung des Länderrates kommt Mohr zu dem Ergebnis, daß er "unter besatzungspolitischen Gesichtspunkten [...] der praktizierte Kompromiß zwischen Besatzungsherrschaft und Demokratie war" (419), da er "die konkurrierenden amerikanischen Prinzipien [wie] Aufbau einer dezentralen Demokratie, Sicherstellung eines Mindestmaßes an Effizienz durch zonale Kooperation und Wahrung von Einflußmöglichkeiten miteinander [verband]" (419 f.). Aus dem Inhalt: B. Die Ausgangsbedingungen hessischer Länderratspolitik: Der erste Ministerpräsident, seine gesamtdeutschen Hoffnungen und die Favorisierung des amerikanischen Föderalismuskonzepts; C. Der Länderrat im Aufbau: 1. Die Gründung des Länderrates und der Beginn seiner Arbeit; 2. Rückwirkungen der Länderratsgründung auf die groß-hessische Politik. D. Der Länderrat in Aktion: 1. Der Ausbau der Länderratsstruktur; 2. Die Demokratisierung der Länder als Herausforderung für den Länderrat; 3. Veränderte Rahmenbedingungen: Aufbau der Bizone und Neubewertung des Länderrates. E. Die zwischenstaatliche Kooperation in der Bewährung: 1. Möglichkeiten und Grenzen zonaler Ernährungs- und Agrarpolitik; 2. Industrielle Produktion und Handel: Hoffnungen und Realitäten wirtschaftlicher Zusammenarbeit; 3. Handlungsspielräume zonaler Verkehrspolitik; 4. Zonale Flüchtlingspolitik zwischen Kooperation und Konfrontation. F. Die Endphase der Zoneninstitution - Der Länderrat als Modell: 1. Diskussionen um die Zukunft des Länderrates: Aufgabe der Stuttgarter Institution zugunsten eines bizonalen politischen Länderrates?; 2. Neues Interesse am Länderrat, Abwicklung und Überführung auf Bundesbehörden; 3. Werbung für die süddeutsche Zoneneinrichtung und Standortbestimmung des Länderrates.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.3132.325 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Antje Mohr: Hessen und der Länderrat des amerikanischen Besatzungsgebietes. Frankfurt a. M. u. a.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8506-hessen-und-der-laenderrat-des-amerikanischen-besatzungsgebietes_11201, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 11201 Rezension drucken
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