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/ 21.06.2013
Christine Gesa Lichte

Interregionale Zusammenarbeit im Europa der Regionen. Die Bedeutung der Beziehungen zwischen dem Freistaat Thüringen und seinen französischen Partnerregionen Picardie und Franche-Comté für den europäischen Integrationsprozess. Eine empirische Analyse

Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2007 (Schriften zur Europapolitik 4); LVIII, 393 S.; 98,- €; ISBN 978-3-8300-2910-6
Diss. phil. Passau; Gutachter: K. P. Walter, S. Hartwig. – Lichte untersucht das Phänomen der interregionalen Beziehungen am konkreten Beispiel der Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Thüringen und seinen französischen Partnerregionen Picardie und Franche-Comté. Dabei filtert sie Erfolgsfaktoren und Kooperationshindernisse heraus und geht u. a. auf folgende Fragen und Aspekte ein: Welchen Einfluss haben Thüringen und die beiden französischen Partnerregionen auf europäischer Ebene? Wie bringen sie sich in die europäische Politikgestaltung ein? Wie wirken sie einerseits als eigenständige Regionen mit unterschiedlichen Kompetenzen und andererseits gemeinsam im Rahmen interregionaler Partnerschaften am europäischen Einigungsprozess mit? Die Autorin beschreibt die Integrationskräfte, die von thüringisch-französischen Kooperationen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft ausgehen, dabei fließen Erkenntnisse aus einer empirischen Erhebung und einer Engpass-Analyse ein. Die Kompetenzen und Ressourcen des deutschen Bundeslandes weichen zwar erheblich von denen der französischen Regionen ab, dennoch werden diese nicht als Kooperationshindernisse wahrgenommen. Vielmehr trage die Partnerschaft zwischen den untersuchten Regionen dazu bei, „die rechtliche und politische Kompetenz der Picardie und der Franche-Comté im nationalen Gefüge zu stärken“ (312). Der Dezentralisierungsprozess erhalte in Frankreich durch auswärtige Beziehungen der Regionen eine neue europäische Dimension. Eine Voraussetzung für den gegenseitigen Nutzen der interregionalen Beziehungen sei die Identifizierung von gemeinsamen Aktionsfeldern, Interessen und Problemen, so Lichte, was bisher kaum geschehen sei. Abschließend entwickelt sie Lösungsvorschläge für effiziente interregionale Beziehungen im Kontext des „Europas der Regionen“.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.13.52.3252.612.21 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Christine Gesa Lichte: Interregionale Zusammenarbeit im Europa der Regionen. Hamburg: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27877-interregionale-zusammenarbeit-im-europa-der-regionen_32749, veröffentlicht am 07.03.2008. Buch-Nr.: 32749 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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