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/ 22.06.2013
Jörg Bogumil / Sabine Kuhlmann (Hrsg.)

Kommunale Aufgabenwahrnehmung im Wandel. Kommunalisierung, Regionalisierung und Territorialform in Deutschland und Europa

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010 (Stadtforschung aktuell 115); 354 S.; 49,95 €; ISBN 978-3-531-17557-7
Seit dem Reformstau der 80er- und 90er-Jahre gibt es eine „neue Welle der Dezentralisierung von Staatsaufgaben“ (11). Diese umfasst Kommunalisierung und Regionalisierung in unterschiedlichen Formen, jeweils mit dem Ziel, eine effektive Steuerung des Verwaltungsvollzugs zu erreichen. Der Band geht auf eine Tagung an der Universität Bochum im Jahr 2009 zurück und wurde um weitere Beiträge erweitert. Neben Verwaltungs- und Politikwissenschaftlern, Juristen und Betriebswirten kommen auch Praktiker zu Wort. Sie berichten von ihren Erfahrungen bei der interkommunalen Zusammenarbeit (Folkert Kiepe), der Reform des Kreisgebiets in Mecklenburg-Vorpommern (Johannes Freiherr von Gayl) und der Region Hannover (Axel Priebs). Der Band ist als Bestandsaufnahme aktueller Reformen gedacht. Ebinger zeigt indes durch einen Vergleich der Reformen in deutschen Bundesländern, dass „gegenwärtige Aufgabenübertragungen […] die einschneidendste Veränderung der Kommunalen Ebene“ (48) seit den 70er-Jahren sei. Er verdeutlicht, dass die Legitimation getätigter Reformen demokratietheoretisch wenig gegeben sei und empfiehlt, neue Strategien zur Entwicklung intelligenter Reformen zu erarbeiten. Als Beispiel führt er das Strukturkonzept der Bezirksregierungen in NRW an. Kiepe formuliert dagegen Eckpunkte für Verwaltungsstrukturreformen zur Optimierung interkommunaler Zusammenarbeit. Diese müsse insbesondere Konkurrenzen zwischen Kommunen abbauen, finanzielle und wirtschaftliche Ressourcen bündeln, Flächen schonen sowie ein professionelles Gewerbeflächenmanagement leisten. Hierzu sind einzelne Kommunen allein meist nicht in der Lage. Die Autoren machen den Bedarf und das Ausmaß von Regionalisierung und Kommunalisierung im innerdeutschen und europäischen Vergleich deutlich. Die Herausgeber betonen in ihrem Fazit die Notwendigkeit vergleichender empirischer Analysen, die eine Diskussion von Stärken und Schwächen unterschiedlicher Verwaltungsmodelle erlauben.
Isabelle Borucki (ISA)
Dr., Politikwissenschaftlerin (Soziologin, Philosophin), wiss. Mitarbeiterin SFB 600 Fremdheit und Armut, Institut für Politikwissenschaft, Universität Trier.
Rubrizierung: 2.3252.212.61 Empfohlene Zitierweise: Isabelle Borucki, Rezension zu: Jörg Bogumil / Sabine Kuhlmann (Hrsg.): Kommunale Aufgabenwahrnehmung im Wandel. Wiesbaden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32767-kommunale-aufgabenwahrnehmung-im-wandel_39138, veröffentlicht am 14.09.2010. Buch-Nr.: 39138 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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