/ 11.06.2013
Dirk Frenzel
Kulturelle Eye-dentity. Die Kulturpolitik der EU am Beispiel der Filmförderung
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1999 (Beiträge zur Politikwissenschaft 74); 144 S.; brosch., 49,- DM; ISBN 3-631-35315-4Politikwiss. Magisterarbeit Hamburg; Gutachter: C. Landfried. - Im Zentrum steht die Frage, "ob und inwiefern eine kulturelle Vorstellung von Europa von prinzipieller Bedeutung für die Politik der Europäischen Union ist". Es geht dem Autor um eine "Analyse einer grundsätzlichen Ausprägung der EU-Politik in kulturellen Angelegenheiten" (11). Exemplarischer Untersuchungsgegenstand ist die Förderung von Kinofilmen in der EU, die sich im Rahmen des MEDIA-Programms vollzieht. Der Verfasser untersucht ein Unterprogramm von MEDIA mit dem Titel SOurces, das der Förderung europäischer Drehbuchautoren dient. Frenzels Ergebnis lautet, dass der Film als zentrales Kulturgut wesentlich zur kulturellen Identität beiträgt, die wiederum eine wichtige Funktion für die Integration erfüllt. Gemäß der zentralen These dieser Arbeit wird die "Politik der EU [...] von der kulturellen Leitidee der europäischen Polykultur [geprägt], insofern sie prinzipiell die gemeinsame Förderung der jeweiligen Kultur praktiziert" (133). Im Gegensatz zur ökonomischen Leitidee des Binnenmarktes zielt die kulturelle Leitidee der Polykultur daher nicht auf die Harmonisierung von Unterschieden, sondern betont die individuellen Unterschiede.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.5
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Dirk Frenzel: Kulturelle Eye-dentity. Frankfurt a. M. u. a.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11095-kulturelle-eye-dentity_13114, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 13114
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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