/ 11.06.2013
Michael W. Schröter
Mensch, Erde, Recht. Grundfragen ökologischer Rechtstheorie
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1999 (Studien zur Rechtsphilosophie und Rechtstheorie 21); 283 S.; brosch., 79,- DM; ISBN 3-7890-5952-8Rechtswiss. Diss. Göttingen; Gutachter: R. Dreier, F.-J. Peine. - Die Arbeit ist in zwei in Vorgehensweise und Zielrichtung klar voneinander getrennte Teile gegliedert, deren erster gleichwohl als Vorbereitung und normative Begründung für den zweiten zu gelten hat. Zunächst macht sich Schröter an eine Bestandsaufnahme der ökologischen Rechtstheorien im angelsächsischen Bereich und ihre Ausstrahlung auf die Diskussion in Deutschland. Er kommt zu einem thesenhaft zugespitzten Forderungskatalog, der der Natur eigene Rechte gegenüber dem Menschen und seinem Rechtssystem einfordert. Der zweite Teil ist konkreten Reformvorschlägen der normativ gewonnenen Erkenntnisse gewidmet. Schröter sieht allenfalls im Europarecht, nicht aber im deutschen Recht Ansätze zu einer Berücksichtigung der Natur als Träger von Rechten. Die Arbeit gipfelt in einigen Vorschlägen zur Grundgesetzänderung, die diesen Zustand ändern sollen. Die Arbeit ist klar strukturiert und argumentiert, sie trägt viele relevante philosophische und rechtliche Ansätze zusammen und richtet sich damit keineswegs nur an Juristen.
Inhaltsübersicht: I. Theorien: 1. Ökologische Rechtstheorie; 2. Stones ethischer Pluralismus; 3. Die deutschsprachige Diskussion; 4. Die weitere angloamerikanische Diskussion. II. Umsetzung: 1. Rechtlicher Ist-Zustand; 2. Die Subjektivierungsproblematik; 3. Die Umsetzungsformen; 4. Normierungsvorschläge ökologisch-ethischer Ergebnisse.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.44 | 2.32
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Michael W. Schröter: Mensch, Erde, Recht. Baden-Baden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10317-mensch-erde-recht_12202, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12202
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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