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/ 07.11.2013
Beate Neuss / Hildigund Neubert (Hrsg.)

Mut zur Verantwortung. Frauen gestalten die Politik der CDU

Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag 2013; 717 S.; 39,90 €; ISBN 978-3-412-22178-2
58 CDU‑Politikerinnen berichten über ihre Erfahrungen in und mit der Politik. Woher stammt ihr politisches Interesse, wie haben sie ihren Einstieg gefunden, was ist ihnen auf ihrem Weg begegnet? Und vor allem: Wie beeinflusste ihre Rolle als Frau ihr Erleben, und was können sie jungen Politikerinnen oder politisch interessierten Frauen mit auf den Weg geben? Wie Frauen Politik gestalten, davon erhalten die Leser_innen durch die Lektüre sicherlich einen Eindruck, der über Parteigrenzen hinausgeht. Barbara Schäfer‑Wiegand, geboren 1934, trat erst 1975 als Seiteneinsteigerin in die CDU ein und wurde 1985 Landesvorsitzende der Frauen Union Baden‑Württemberg. Die Arbeit der Frauenvereinigung hat sie schon vorher miterlebt: „Kaffeekochen und Kuchenbacken“ (171) als Zuarbeit für die Arbeitskreise, hieß es da. Auch heute sieht sie noch die übergeordneten CDU‑Gremien in der Pflicht, sich für einen gesteigerten Frauenanteil bei Ämtern und Mandaten einzusetzen: „Wir benötigen mutige Männer, denen die stärkere Beteiligung von Frauen eine größere Attraktivität der CDU für die Wähler verspricht.“ (172) Schäfer‑Wiegand beschreibt, wie hart es sein kann, zu der eigenen Überzeugung zu stehen. Daher lautet ihr Ratschlag an junge Politikerinnen und Politiker, „harte Sacharbeit zu betreiben. Und von dieser Sacharbeit andere zu überzeugen.“ Daneben gelte es, unabhängig von der Politik zu sein: „Politik ist ein Amt auf Zeit, und wenn man das Gefühl hat, man kann nicht mehr so viel beitragen, erreichen, dann sollte man ihr durchaus den Rücken kehren, ohne Bedauern und Versagensängste. […] Politik ist keine Lebensversicherung.“ (181) Eine ähnliche Meinung vertritt Andrea Milz: „[E]gal welches Amt man gerade innehat […], irgendwann – mal früher, mal später, mal geplant, mal nicht, – wird man aus seinem Amt ausscheiden.“ (639) Ihre Karriere in der CDU ist eine ganz andere als die von Schäfer‑Wiegand: 1981, mit 18 Jahren in die Partei eingetreten, brachte sie die klassische Ochsentour hinter sich, ohne Engagement in der Frauen Union. Doch die Erfahrungen der beiden CDU‑Frauen sind nicht sehr abweichend „Sich selbst treu bleiben, egal was kommt“ (639), ist ihr Ratschlag. Und sich gerade als Frau ein dickes Fell wachsen zu lassen, denn die unterschiedliche Bewertung von Männern und Frauen breche nur langsam auf. In der CDU sei dahingehend schon viel passiert, aber noch nicht genug, so Milz: „Wir sind noch nicht am Ende dieses Weges und können auch auf die Frauen von heute nicht verzichten!“ (641)
Simone Winkens (SWI)
M. A., Politikwissenschaftlerin, Online-Redakteurin.
Rubrizierung: 2.3312.36 Empfohlene Zitierweise: Simone Winkens, Rezension zu: Beate Neuss / Hildigund Neubert (Hrsg.): Mut zur Verantwortung. Köln/Weimar/Wien: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/36381-mut-zur-verantwortung_44347, veröffentlicht am 07.11.2013. Buch-Nr.: 44347 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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