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/ 21.06.2013
Wolfgang Müller-Michaelis

Neue Wege zu mehr Beschäftigung. Ein Gegenentwurf zur gescheiterten Reformpolitik. Ein Beitrag zur AGENDA ARBEIT 21

Gräfelfing: Resch Verlag 2007; 269 S.; 16,90 €; ISBN 978-3-935197-56-4
Der Wirtschaftswissenschaftler und Ex-Manager Müller-Michaelis plädiert für eine Rückkehr zu den Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards. Deren Erfolgsgeheimnis sieht er darin, „dass es in erster Linie um die freiheitlichen Grundrechte und um die ihnen zu verdankende Freisetzung individueller Schaffenskraft geht, die über das Fortkommen des Einzelnen hinaus dafür sorgt, dass auch Staat und Gesellschaft gedeihen“ (8). Dieses von ihm so geschätzte System habe sich mittlerweile zu einer „entwicklungshemmenden Sozialbürokratie“ (9) entwickelt und sei durch Interventionismus sowie Überregulierung geprägt. Es sei Zeit, der Sozialen Marktwirtschaft ihre alte Schwungkraft wieder zu verleihen, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Es gelte Lösungswege für die Überwindung der Strukturkrise in Wirtschaft und Gesellschaft aufzuzeigen, die sich „an der Freiheit von Forschung und Entwicklung sowie am Erkenntnisstand der modernen Wirtschaftswissenschaften orientieren“ (30). Er ist davon überzeugt, dass die Zahl der in Deutschland vorhandenen Arbeitsplätze für alle Arbeitssuchenden ausreicht. Zwar habe sich die Zahl der Industriearbeitsplätze stark verringert, doch gleichzeitig seien in nahezu identischer Zahl Arbeitsplätze in neuen Tätigkeitsbereichen entstanden, etwa in dem der Dienstleistungen, der Gesundheit oder der wissensverarbeitenden Wirtschaft. Notwendig sei eine lebenslange Lernbereitschaft, um Ausbildungsdefizite in der Beherrschung moderner Techniken zu überwinden. Flexibilität sei auch hinsichtlich der Arbeitszeiten erforderlich und es sollten mehr Teilzeitjobs geschaffen werden. Die Stärkung der Eigenverantwortung betont Müller-Michaelis immer wieder, dazu zählt für ihn auch eine private Gesundheits- und Altersvorsorge. Die schon mehrfach vorgebrachte Idee des Investivlohns, die Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivkapital, hält er für gut, so ließe sich die Unterkapitalisierung der Wirtschaft beseitigen und die Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand verbessern. Alles in allem lautet das Plädoyer: mehr individuelle anstelle von staatlicher Verantwortung.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.342 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Wolfgang Müller-Michaelis: Neue Wege zu mehr Beschäftigung. Gräfelfing: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27621-neue-wege-zu-mehr-beschaeftigung_32416, veröffentlicht am 03.12.2007. Buch-Nr.: 32416 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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