Skip to main content
/ 06.06.2013
Filip Wijkström / Annette Zimmer (Hrsg.)

Nordic Civil Society at a Cross-Roads. Transforming the Popular Movement Tradition

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2011 (European Civil Society 12); 338 S.; brosch., 49,- €; ISBN 978-3-8329-5432-1
Annette Zimmer stellte während eines Seminars mit assoziierten Forschern fest: „You all talk about change, but all I can see is stability“ (7). Damit lieferte sie den Anstoß zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung über skandinavische Staaten und ihre Transformation. Vor allem die unter dem Schlagwort Globalisierung zusammengefassten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Veränderungen, die zunehmende Individualisierung und die Tendenz, marktorientierte Lösungen für öffentliche Probleme zu suchen, sowie der Wandel der zivilgesellschaftlichen Organisationen wurden vom Forschernetzwerk intensiv diskutiert und die Ergebnisse der Forschung in diesem Sammelband zusammengefasst. Der erste Teil ist den „Drivers of Change“ gewidmet, also den Staaten und dem in ihnen stattfindenden Wandel selbst. Hier zeigen Steen-Johnsen und Enjolras auf Grundlage des 2009 erschienenen survey of civil engagement, dass das tradierte skandinavische Modell einer umfassenden Zivilgesellschaft für Norwegen an Erklärungskraft verlieren könnte, da sich die Anzeichen für eine unberechenbarer werdende Zivilgesellschaft mehren. Diese Prognose erhärten sie vor allem mithilfe des Verweises auf eine zunehmende Kommerzialisierung, Individualisierung und Auflösung vormals starker Bindungen zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und deren Mitgliedern. Im zweiten Teil werden die konkreten Prozesse des Wandels vorgestellt. Ylä-Anttila legt dar, dass immer weniger repräsentativ und starr organisierte zivilgesellschaftliche Akteure Einfluss auf die Politik nehmen. Stattdessen wird das diskursive Engagement innerhalb der öffentlichen Sphäre in Form von Politikforen immer wichtiger, die Teil des politischen Prozesses werden können. Diese neue, diskursive Verfahren fördernde Form der Partizipation hat enormes Potenzial, etwa bei der Inklusion der Zivilgesellschaft, aber auch Grenzen, sichtbar zum Beispiel in der Unterrepräsentation von wichtigen Organisationen in Politikforen, wie der Autor exemplarisch am Politikforum Helsinki Process on Globalization and Democracy deutlich machen kann. Im dritten Teil werden die Formen des Wandels diskutiert. Pestoff zeichnet die Entwicklung der schwedischen Konsumgenossenschaften nach und stellt heraus, dass Genossenschaften gerade für den Bereich (Co-)Produktion und Bereitstellung von gesellschaftlichen Dienstleistungen weiterhin notwendig und gefragt sind.
Anja Franke-Schwenk (AF)
Dr. des., wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.612.22.22 Empfohlene Zitierweise: Anja Franke-Schwenk, Rezension zu: Filip Wijkström / Annette Zimmer (Hrsg.): Nordic Civil Society at a Cross-Roads. Baden-Baden: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9168-nordic-civil-society-at-a-cross-roads_41365, veröffentlicht am 19.04.2012. Buch-Nr.: 41365 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA