/ 11.06.2013
Knut Seidel
Rechtsphilosophische Aspekte der "Mauerschützen"-Prozesse
Berlin: Duncker & Humblot 1999 (Schriften zur Rechtstheorie 189); 311 S.; 112,- DM; ISBN 3-428-09748-3Rechtswiss. Diss. Saarbrücken; Gutachter: A. Baratta, W. Fiedler. - Im Gegensatz zu den Prozessen dürften die Untersuchungen zu den Tötungen an der innerdeutschen Grenze auf absehbare Zeit noch kein Ende gefunden haben. Allerdings kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die wichtigsten Argumente zwischen den rechtspositivistischen und den am Naturrecht orientierten Ansätzen mittlerweile ausgetauscht worden sind. Das gilt auch und vor allem für diejenigen Fragen, die um die sogenannte Radbruchsche Formel (Extremes Unrecht ist kein Recht) kreisen und die auch im vorliegenden Fall den Hauptanteil der Arbeit ausmachen. Um so mehr muß es verwundern, daß eine eingehendere Auseinandersetzung mit den von Robert Alexy vorgetragenen Argumenten zur Anwendbarkeit der Radbruchschen Formel, die dieser zweimal explizit für die Mauerschützenprozesse schriftlich vorgelegt hat, ausbleibt.
Inhalt: § 27 DDR-GrenzG; Radbruchs Rechtsidee unter dem Einfluß der dualistischen Weltsicht; Rechtspositivismus und Naturrecht, Verpflichtung durch das Recht und Rechtsgeltung; Radbruchs Nachkriegsrechtsphilosophie; Das Regelmodell der Rechtsordnung und das Prinzipienargument.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.44 | 2.313 | 2.32
Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Knut Seidel: Rechtsphilosophische Aspekte der "Mauerschützen"-Prozesse Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11278-rechtsphilosophische-aspekte-der-mauerschuetzen-prozesse_13359, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 13359
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Dr., Politikwissenschaftler.
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