/ 05.06.2013
Simon Möller
Sexual Correctness. Die Modernisierung antifeministischer Debatten in den Medien
Opladen: Leske + Budrich 1999 (Geschlecht und Gesellschaft 19); 247 S.; kart., 29,- DM; ISBN 3-8100-2301-9Der Autor fragt nach der politischen Funktion der Auseinandersetzung um political correctness. Ein reales Auftreten von "PC" sieht er nicht (16 f.), vielmehr handele es sich hierbei um eine Medienkonstruktion, die die Aufgabe habe, neoliberale Verkürzungen der Sozialpolitik zu rechtfertigen und Frauen in traditionelle Rollen zurückzudrängen. Um dies zu belegen, untersucht Möller insgesamt 122 Beiträge aus fünf Zeitungen und Zeitschriften zwischen 1991 und 1995 (104). Er glaubt, damit "u. a. die Kontinuitäten von Medieninszenierungen, die die wirklichen gesellschaftlichen Dominanzverhältnisse zwischen den Geschlechtern verschleiern, und wie sie auch im Anti-'SC'-Diskursstrang auftreten, aufgezeigt" (205) zu haben.
Inhaltsübersicht: 2. Eine Geschichte der Ausdrücke 'Political Correctness' und 'Sexual Correctness'; 3. Populäre und akademische Literatur zu 'PC' und 'SC'; 4. Anmerkungen zur Methode; 5. 'Sexual Correctness': Stationen und Strategien eines Diskurses; 6. Exemplarische Analysen von Artikeln aus FAZ, SZ, Die Zeit, Focus und Der Spiegel; 7. Sexismus als Anti-'SC': Altes, Neues und die Positionen der Presseorgane im antifeministischen Mediendiskurs der 1990er Jahre; 8. 'Sexual Correctness': ein medial modernisierter Antifeminismus der 1990er Jahre.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.36 | 2.333
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Simon Möller: Sexual Correctness. Opladen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8430-sexual-correctness_11117, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11117
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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