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/ 22.06.2013
Lejla Starčević-Srkalović

The Democratization Process in Post-Dayton Bosnia and Herzegovina and the Role of the European Union

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Demokratie, Sicherheit, Frieden 198); 272 S.; 59,- €; ISBN 978-3-8329-5595-3
Politikwiss. Diss. Hamburg. – Die Autorin diskutiert einführend verschiedene Demokratisierungstheorien, um unabhängige Variablen identifizieren zu können, die den Demokratisierungsprozess nach Dayton und die neu etablierten Institutionen beeinflussen. Der zentrale Aspekt von Demokratisierungsprozessen, führt Stračević-Srkalović aus, sei die Institutionalisierung und insbesondere das institutionelle Design. Es trage zur Konfliktlösung, Identifikation und Legitimation bei. Wenn Bevölkerungsgruppen innerhalb einer politischen Einheit ihre Unterschiede betonten und sich entlang ethnischer Linien formierten, sei dies vor allem eine Konsequenz institutionellen Versagens und nicht dessen Ursache, so die Autorin. Die politischen Institutionen Bosniens und Herzegowinas müssten mithin so gestaltet werden, dass die destruktiven Potenziale des letzten Krieges aufgefangen würden. Doch, so kritisiert Stračević-Srkalović scharf, der nach Dayton implementierte institutionelle Rahmen sei ineffizient und behindere den Demokratisierungsprozess eher. Die Autorin spricht gar davon, dass der Konflikt in den Institutionen konserviert würde. Sie problematisiert die extensive Gewaltenteilung zwischen drei ethnischen Gruppen in Institutionen und Verfahren, die Selbstverwaltungsrechte der ethnischen Gruppen und die komplizierte Struktur des Staatskörpers, der einen Staat in zwei Einheiten mit drei Ethnien bilde, fünf Regierungsebenen habe sowie vierzehn Premierminister und Regierungen. Derart gelingt es Stračević-Srkalović, differenziert und bis ins Detail die institutionellen Schwachstellen in Bosnien und Herzegowina zu identifizieren. Konkrete Vorschläge zu institutionellen Reformen kommen jedoch zu kurz. Sie spricht von zwei Szenarien: Entweder müsse man den Staat entlang ethnischer Grenzen aufteilen oder die institutionellen Bedingungen derart gestalten, dass sich eine gemeinsame Identität entwickeln könne.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.612.22.213.6 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Lejla Starčević-Srkalović: The Democratization Process in Post-Dayton Bosnia and Herzegovina and the Role of the European Union Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32619-the-democratization-process-in-post-dayton-bosnia-and-herzegovina-and-the-role-of-the-european-union_38931, veröffentlicht am 28.09.2010. Buch-Nr.: 38931 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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