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/ 22.06.2013
Michael Haus

Transformation des Regierens und Herausforderungen der Institutionenpolitik

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Modernes Regieren. Schriften zu einer neuen Regierungslehre 5); 349 S.; 59,- €; ISBN 978-3-8329-5528-1
Es gehört mittlerweile zu den Gemeinplätzen der Politikwissenschaft, auf den Wandel des Regierens hinzuweisen, den die Globalisierung, die europäische Integration oder Verschiebungen in den Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft zu verantworten haben. Michael Haus setzt mit seiner Studie hier an. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie unter komplexen Gegenwartsbedingungen demokratische Politik überhaupt noch möglich ist und betont vor allem die Herausforderungen, die sich in diesem Zusammenhang für das „institutional design“ (13) ergeben. In theoretischer Hinsicht knüpft er die Studie an zwei große Diskussionskontexte an: an den der Governance-Forschung und den des Neuen Institutionalismus. Haus untersucht die zentralen Thesen beider Denkschulen aus einer kritischen Perspektive. Darauf aufbauend entwirft er einen eigenen Forschungsrahmen, der auf „steuerungstheoretischen, integrationstheoretischen, regulationstheoretischen und poststrukturalistischen Annahmen“ (17) fußt. Besonders wichtig ist Haus, den empirischen mit dem normativ-interpretativen Blickwinkel zu verbinden. Vor allem will er die Leitideen identifizieren, die in institutionenpolitischen Diskursen eine zentrale Rolle spielen. Im empirischen Teil der Studie richtet der Autor den Blick sodann auf die lokale Politikebene. Am Beispiel der kommunalen Selbstverwaltung Schwedens versucht er zu ergründen, „inwiefern neue Formen des Regierens und darauf gerichtete Diskurse auf institutionellen Transformationsprozessen aufbauen und diesen eine spezifische Ausrichtung“ (18) geben. Um die Leitideen ausfindig zu machen, die in den schwedischen Verwaltungsreformprozessen eine Rolle gespielt haben, zieht Haus die Berichte öffentlicher Kommissionen heran. Er kommt zu dem Ergebnis, dass der institutionenpolitische Diskurs über die Reform der schwedischen Kommunalverwaltung nicht mehr von rationalistischen Steuerungsfragen bestimmt wird, sondern von normativen Prinzipienfragen. Für Haus spiegelt sich darin der Wandel von local government zu local governance wider.
Jörn Ketelhut (JK)
Dr., Dipl.-Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 5.412.212.612.262 Empfohlene Zitierweise: Jörn Ketelhut, Rezension zu: Michael Haus: Transformation des Regierens und Herausforderungen der Institutionenpolitik Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33078-transformation-des-regierens-und-herausforderungen-der-institutionenpolitik_39519, veröffentlicht am 09.03.2011. Buch-Nr.: 39519 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA