/ 19.06.2013
Elke Mayer
Verfälschte Vergangenheit. Zur Entstehung der Holocaust-Leugnung in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung rechtsextremer Publizistik von 1945 bis 1970
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2003 (Europäische Hochschulschriften: Reihe III, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 972); 291 S.; brosch., 51,50 €; ISBN 3-631-39732-1Diss. Augsburg; Gutachter: J. Becker. - Die Leugnung des Holocausts in der rechtsextremen Propaganda wurde bisher nicht in einer Überblicksdarstellung behandelt. Diese Lücke will die Autorin schließen, indem sie die Argumentationsmuster und Inhalte rechter Publikationen, die zwischen 1945 und 1970 erschienen sind, chronologisch darstellt. Im ersten Teil werden kurze biografische Abrisse und die wichtigsten Veröffentlichungen der entsprechenden Autoren präsentiert. Im zweiten Teil wird die Holocaust-Leugnung in der rechtsextremen Presse nachgezeichnet. Vorangestellt wurde ein Abschnitt, in dem die Strategien der Geschichtsverfälschung bei früheren Ereignissen (u. a. die so genannte „Dolchstoßlegende") während der NS-Herrschaft sowie während der Nürnberger Prozesse analysiert werden. Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass die späteren Holocaust-Leugner sich in ihren Argumentationsmustern im Wesentlichen solcher bekannten Strategien bedienten. Zudem sei die Holocaust-Leugnung nicht erst durch den Einfluss ausländischer Autoren in den 70er-Jahren aufgekommen; sie habe bereits unmittelbar nach dem Ende der NS-Zeit begonnen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35 | 2.313 | 2.333
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Elke Mayer: Verfälschte Vergangenheit. Frankfurt a. M. u. a.: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20621-verfaelschte-vergangenheit_24061, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24061
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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