/ 04.06.2013
Wilfried Loth / Bernd-A. Rusinek (Hrsg.)
Verwandlungspolitik. NS-Eliten in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 1998; 366 S.; kart., 48,- DM; ISBN 3-593-35994-4Im April 1995 offenbarte der ehemalige Rektor der Technischen Hochschule Aachen, Hans Schwerte, seine wahre Identität als Hans Ernst Schneider. Unter diesem Namen war er als führendes Mitglied der SS-Organisation "Ahnenerbe" an der "Eindeutschung" der Niederlande beteiligt. Ausgehend von diesem Fall beschäftigen sich die Autoren mit Werdegang und Karrieren ehemaliger nationalsozialistischer Kader und Eliten im Nachkriegsdeutschland. Die Beiträge gehen auf eine Fachtagung im Mai 1997 in Düsseldorf zurück, die im Anschluß an die Arbeit einer wissenschaftlichen Kommission zum Fall Schneider/Schwerte vom nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium veranstaltet wurde.
Inhalt: Axel Schildt: Der Umgang mit der NS-Vergangenheit in der Öffentlichkeit der Nachkriegszeit (19-54); Dirk van Laak: Trotz und Nachurteil. Rechtsintellektuelle Reaktionen im Anschluß an das "Dritte Reich" (55-77); Norbert Frei: Vergangenheitspolitik in den fünfziger Jahren (79-92); Ulrich Herbert: NS-Eliten in der Bundesrepublik (93-115); Michael Ruck: Kontinuität und Wandel - Westdeutsche Verwaltungseliten unter dem NS-Regime und in der Bundesrepublik (117-142); Bernd-A. Rusinek: Von Schneider zu Schwerte. Anatomie einer Wandlung (143-179); Jochen Hörisch: "Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen". Unheimliche Dimensionen in den Fällen Schwerte/Schneider, Paul de Man, Jauß (181-195); Peter Tepe: Überwindung - Wandlung - Anpassung - Tarnung? Arbeit am Fall Schneider/Schwerte (197-245); Christian Schneider: Identität und Identitätswandel der Deutschen nach 1945 (247-258); Karl-Siegbert Rehberg: Verdrängung und Neuanfang: Die Soziologie nach 1945 als "Normalfall" westdeutscher Geschichtserledigung (259-284); Hans-Erich Volkmann: Deutsche Historiker im Banne des Nationalsozialismus (285-311); Kurt Düwell: Zwischen Entnazifizierungs- und Berufungsproblemen. Die RWTH im Kontext der deutschen Universitätsgeschichte nach 1945 (313-331); Gjalt R. Zondergeld: Gut, Böse und Grau. Die Niederlande und die deutsche Besatzung (333-347); Ottfried Dascher: "Verwandlungszone"? -Gedanken zu einer Podiumsdiskussion (349-352); Wilfried Loth: Verschweigen und Überwinden: Versuch einer Bilanz (353-360).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.35 | 2.313 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Wilfried Loth / Bernd-A. Rusinek (Hrsg.): Verwandlungspolitik. Frankfurt a. M./New York: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5343-verwandlungspolitik_7011, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 7011
Rezension drucken
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
CC-BY-NC-SA