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/ 03.06.2013
Roland Reck

Wasserträger des Regimes. Rolle und Selbstverständnis von DDR-Journalisten vor und nach der Wende 1989/90

Münster: Lit 1996 (Medien & Kommunikation 24); 423 S.; brosch., 58,80 DM; ISBN 3-8258-2761-5
Kommunikationswiss. Diss. Münster; Erstgutachter: S. Weischenberg. - Der Verfasser hat zweifellos ein bedeutsames und (nicht nur) für die fünf neuen Bundesländer nach wie vor sensibles Thema gewählt, bei dem am Beispiel der Wochenpost nach Anspruch und Wirklichkeit des journalistischen Alltags in der DDR gefragt wird. Reck hat dabei den Vergleich mit der Presselenkung im Nationalsozialismus ebenso wenig gescheut wie eine Bewertung des Zwangscharakters der DDR - allerdings mit unterschiedlichem Erfolg: Während der Vergleich mit dem Nationalsozialismus auf solider Literaturbasis strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen vermag, ist die Einschätzung des politischen Systems der DDR wohl zu einem nicht unerheblichen Ausmaß auf die persönlichen Eindrücke seiner Praktikumszeit bei der Wochenpost im Sommer/Herbst 1990 zurückzuführen und in Teilen zumindest fraglich. Gleichwohl hat der Status des teilnehmenden Beobachters eine Menge an Material über die Arbeit der Redaktion und ihrer Mitglieder zutage gefördert, um die freiwillige Nähe zur Macht im Klima der Repression zu differenzieren.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.3132.333 Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Roland Reck: Wasserträger des Regimes. Münster: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1812-wassertraeger-des-regimes_2087, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2087 Rezension drucken
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