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/ 03.06.2013
Gunter Holzweißig

Zensur ohne Zensor. Die SED-Informationsdiktatur

Bonn: Bouvier Verlag 1997; 239 S.; 39,80 DM; ISBN 3-416-2675-6
Die Studie analysiert die Instrumente der politischen Steuerung der Presse und Medien in der DDR, in der anders als in z. B. Polen formal keine institutionalisierte Zensurbehörde existierte. Eine solche war nach der überzeugenden Darstellung von Holzweißig auch nicht notwendig, sondern konnte erfolgreich ersetzt werden durch ein "Geflecht von 'Empfehlungen' aus dem SED-Zentralkomitee, verbunden mit drastischen Eingriffen in die redaktionelle Arbeit der Zeitungen, Zeitschriften und elektronischen Medien. Die 'Schere im Kopf' der Journalisten machte eine Vorzensur vollends überflüssig" (218). Inhaltsübersicht: I. Meinungsmacher im SED-Zentralkomitee; II. Transmissionsriemen des ZK: Presseamt und ADN; III. Flankenschutz durch das Ministerium für Staatssicherheit; IV. Die Journalisten: Täter, Mitläufer und Opfer zugleich; V. West-Medien: Klassenfeinde und Entspannungsfreunde.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.3132.333 Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Gunter Holzweißig: Zensur ohne Zensor. Bonn: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3247-zensur-ohne-zensor_4252, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4252 Rezension drucken
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