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/ 20.06.2013
Henrik Müller

Wirtschaftsfaktor Patriotismus. Vaterlandsliebe in Zeiten der Globalisierung

Frankfurt a. M.: Eichborn 2006; 237 S.; geb., 19,90 €; ISBN 978-3-8218-5623-0
Warum leidet die Bundesrepublik seit Jahren unter wirtschaftlichen Problemen und warum ist die Stimmung hierzulande eher düster? Die Ursache hierfür sieht der geschäftsführende Redakteur beim „manager magazin“ Müller im Fehlen eines deutschen Patriotismus. Den Bundesbürgern mangele es „an einem positiven kollektiven Selbstbild, das in einem Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander und einer emotionalen Bindung an die Nation zum Ausdruck kommt“ (15). Im Zeitalter der Globalisierung sei eine intakte nationale Identität aber zum entscheidenden ökonomischen Vorteil geworden, denn der Wettbewerb werde zwischen den Nationen ausgetragen. Für das Funktionieren einer modernen Gesellschaft sei ein „aufgeklärter Patriotismus, der auf einer kollektiven Identität in einer offenen Gesellschaft“ (28) basiert, eine wesentliche Voraussetzung. Die Lösung sieht Müller in der Regionalisierung der Bundesrepublik, denn die „Loyalitäten der Bürger liegen eher bei der Region als bei der Nation, also sollte man aus diesem scheinbaren Defizit eine Tugend machen und die föderalen Strukturen stärken“ (213). Konkret heißt das: weg vom System des kooperativen Föderalismus und hin zum „Wettbewerbsföderalismus à la USA oder Kanada“ (214), der auch eine Regionalisierung der Sozialsysteme einschließt.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.32.35 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Henrik Müller: Wirtschaftsfaktor Patriotismus. Frankfurt a. M.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25772-wirtschaftsfaktor-patriotismus_29918, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29918 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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