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/ 20.06.2013
Günter Buchstab / Rudolf Uertz (Hrsg.)

Christliche Demokratie im zusammenwachsenden Europa. Entwicklungen - Programmatik - Perspektiven. Hrsg. im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.

Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2004; 414 S.; kart., 16,- €; ISBN 3-451-20577-7
Die christlich-demokratischen Bewegungen und Parteien in den ostmitteleuropäischen Ländern haben bis in die Gegenwart mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nachdem sie während der sozialistischen Diktaturen jahrzehntelang verboten waren, gelang es konservativen Politikern nach der Wende 1989 nicht immer, stabile mehrheitsfähige Parteien aufzubauen und diese in der Gesellschaft zu verankern. Dies trifft besonders auch auf Polen zu, einem Land, in dem das Christentum tief im Volk verankert ist. Aniela Dylus erläutert aber, dass dem politischen Engagement der Christdemokraten dennoch der gesellschaftliche Rückhalt fehle. Dies liege unter anderem auch an deren antiquierter Haltung, Religion und Nation miteinander zu verbinden. Gerade jüngere Wähler fühlten sich davon nicht angesprochen. Auch in anderen ostmitteleuropäischen Staaten sind christdemokratische Parteien nicht so erfolgreich, wie es nach dem Ende des Kalten Krieges vielleicht hätte vermutet werden können. Die Autoren geben in ihren Länderberichten erst einen historischen Überblick und analysieren dann kurz die gegenwärtige Situation mit den länderspezifischen Schwierigkeiten, ein breites Parteienspektrum zu entwickeln. Die Beiträge gehen zurück auf eine Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Mönchengladbach und des Zentrums für Europäische Integrationsforschung in Bonn. Sie fand im November 2000 in Budapest statt. Der Ausblick auf die weitere Entwicklung christdemokratischer Politik in Europa, den der CDU-Politiker Christoph Böhr am Ende des Sammelbandes gibt, ist wenig aussagekräftig. Für ihn ist, trotz der dokumentierten Schwierigkeiten der konservativen Parteien und dem Eingeständnis, dass das „C“ „zunehmend als Fremdkörper in einer säkularisierten Gesellschaft empfunden“ (393) wird, das christliche Menschenbild „allen anderen Kulturen überlegen“ (395). Aus dem Inhalt: Günter Buchstab: Vorwort (7-11) I. Einführung Ludger Kühnhardt: Das christlich-demokratische Gesellschaftsmodell und die Folgen von 1989 (14-26) Anton Rauscher: Das christlich-soziale und christlich-demokratische Ideenspektrum (27-30) II. Grundlagen und Leitideen Rudolf Uertz: Zur Theorie und Programmatik der Christlichen Demokratie (32-61) III. Historische und Politische Analysen Winfried Becker: Christliche Demokratie in Deutschland (64-110) Jean-Marie Mayeur: La démocratie chrétienne en France (111-139) Emiel Lamberts: La démocratie chrétienne en Belgique et aux Pays-Bas (140-166) Giorgio Veccio: Christliche Demokratie in Italien (167-189) Ernst Bruckmüller: Christliche Demokratie in Österreich (190-242) Aniela Dylus: Christliche Demokratie in Polen (243-263) Gábor Erdödy / Csaba Fazekas: Christliche Demokratie in Ungarn (264-286) Petr Fiala: Christliche Demokratie in Tschechien (287-316) Imrich Sklenka: Christliche Demokratie in der Slowakei (317-335) Tihomir Cipek: Christliche Demokratie in Kroatien (336-355) Janko Prunk: Christliche Demokratie in Slowenien (356-368) Stefan Delureanu: La Démocratie chrétienne en Roumanie (369-387) IV. Ausblick Christoph Böhr: Die Zukunft der Christlichen Demokratie in Europa (390-399)
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.222.232.352.3312.612.622.4 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Günter Buchstab / Rudolf Uertz (Hrsg.): Christliche Demokratie im zusammenwachsenden Europa. Freiburg i. Br./Basel/Wien: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22089-christliche-demokratie-im-zusammenwachsenden-europa_25181, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25181 Rezension drucken
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