/ 20.06.2013
Karl Pilny
Das asiatische Jahrhundert. China und Japan auf dem Weg zur neuen Weltmacht
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2005; 340 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-593-37678-4Pilny geht von der Prämisse aus, dass die wirtschaftliche und politische Entwicklung Asiens maßgeblich durch die Beziehungen zwischen den regionalen Mächten China und Japan geprägt werden wird. Zur Beantwortung der Frage, ob sich das Verhältnis zwischen beiden Staaten konfrontativ oder kooperativ entwickeln wird, bettet er die Untersuchung des bilateralen Verhältnisses in eine historische Gesamtschau und eine Betrachtung der Rolle externer Mächte in der Region ein. Zudem werden die innergesellschaftlichen Verhältnisse der asiatischen Staaten beurteilt. Ein solch ambitioniertes Unterfangen muss auf Kosten von Tiefe und Differenzierung gehen, und dementsprechend verliert sich der Autor oft in wenig fundierten Feststellungen wie beispielsweise zur Friedfertigkeit des Buddhismus, zur „hierarchieorientierten japanischen Außenpolitik“ oder zu der Introvertiertheit des chinesischen Nationalgefühls. Am Schluss des selten über bekannte Klischees hinausgehenden Buches steht keine selbstständig herausgearbeitete These zur Beantwortung der Ausgangsfrage, sondern eine Aneinanderreihung der hinlänglich bekannten Positiv- und Negativszenarien für die Region.
Christian Becker (BEC)
Dr. rer. pol.
Rubrizierung: 4.22 | 2.68 | 2.2 | 2.22 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Christian Becker, Rezension zu: Karl Pilny: Das asiatische Jahrhundert. Frankfurt a. M./New York: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23880-das-asiatische-jahrhundert_27452, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 27452
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Dr. rer. pol.
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