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/ 06.06.2013
Johanna Joppe / Christian Ganowski

Das Ende der Globalisierung. Warum wir wieder vernünftig wirtschaften müssen

München: Redline Verlag 2009; 233 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-86881-045-5
Die Autoren sind Inhaber einer internationalen Beratungsgesellschaft für Risikomanagement und setzen sich kritisch mit der Globalisierung auseinander. Sie warnen davor, dass die derzeitige Globalisierung gar zu einem Zusammenbruch von Wirtschaftskreisläufen führen könne. Sie ruiniere nicht nur das Weltklima, sondern lösche u. a. „ganze Teile von Zulieferketten“ aus und habe „wahrscheinlich mehr Unternehmen geschädigt als jeder Markteinbruch“ (11). Am Beispiel des Imports von neuseeländischem Obst illustrieren Joppe und Ganowski den Unsinn gewisser Kreisläufe. So werden „Millionen von Äpfeln ozonschädigend und umweltbelastend“ jährlich eingeflogen, „während unser heimisches Obst beim Bauern um die Ecke am Baum verrottet“ (20 f.). Die Autoren führen viele Beispiele auch aus ihrer beruflichen Praxis an, die belegen sollen, dass die Globalisierung zu weit getrieben wurde. Unter anderem kritisieren sie, dass „es bislang keine wissenschaftlich fundierten und praxisgetesteten Systeme eines Supply Chain Risk Management gibt“ (26). Daher, führen sie weiter aus, könne man sogar sagen, dass die Globalisierung innovationsschädlich sei. Einst seien die Zwischenlager abgeschafft worden, um Geld zu sparen, heute würden sie hingegen wieder eingeführt, „weil die globalen Versorgungsketten zu störanfällig sind“ (160). In Zeiten der Globalisierung gebe es nur zwei Möglichkeiten zu überleben: konkurrenzlos kostengünstig oder konkurrenzlos innovativ zu sein. Der Einkauf bei billigen Lieferanten beispielsweise in Asien rechne sich jedoch überraschend häufig nicht. Zum Beispiel gelte innerhalb des westeuropäischen Netzes: Wenn Transportstrecken um den Faktor 1,7 länger werden, dann wachsen die Kosten um den Faktor 1,4. Doch genau diese Wertplanungssätze gelten eben nicht im Osten oder Süden, wofür jedoch häufig die auf hiesigen Verhältnissen basierenden Controllinglisten verwendet werden. Joppe und Ganowski schlagen abschließend innovative Produkte statt Massenware, Standardisierung der Produkte und Einkaufskooperationen als Globalisierungsalternative vor.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.24.43 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Johanna Joppe / Christian Ganowski: Das Ende der Globalisierung. München: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9111-das-ende-der-globalisierung_37805, veröffentlicht am 23.02.2010. Buch-Nr.: 37805 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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