/ 03.06.2013
Carsten Zelle
Der Wechselwähler. Eine Gegenüberstellung politischer und sozialer Erklärungsansätze des Wählerwandels in Deutschland und den USA
Opladen: Westdeutscher Verlag 1995 (Studien zur Sozialwissenschaft 160); 255 S.; kart., 46,- DM; ISBN 3-531-12766-7Die Studie untersucht Bestimmungsgründe des Wählerverhaltens am Beispiel des Wechselwählens. "Sie geht der Frage nach, inwieweit Wählerwandel in westlichen Demokratien eine Konsequenz gesellschaftlicher Modernisierung ist und in welchem Maße sich darin Veränderungen im politischen System niederschlagen." (13) In einem systematischen Vergleich langfristiger Entwicklungen der Sozialstruktur, des Parteiensystems und des Wählerverhaltens in Deutschland und den USA stellt der Autor die "sozialen" und "politischen" Erklärungsansätze einander gegenüber. Die Ergebnisse bestätigen die Erwartungen des politischen Erklärungsansatzes, der auf den Wandel der "Gelegenheitsstruktur des Wählens" (222) (durch Personalisierung, Etablierung neuer Parteien, Koalitionswechsel) abhebt. Dies widerspricht der überwiegenden Präferenz der deutschen Wahlforschung für den sozialen Erklärungsansatz, der die gestiegene Wechselbereitschaft u. a. auf das zunehmende Bildungsniveau und die Herausbildung einer neuen Mittelschicht zurückführt.
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 2.22 | 2.332 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Carsten Zelle: Der Wechselwähler. Opladen: 1995, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1283-der-wechselwaehler_1409, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 1409
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Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
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