/ 20.06.2013
Kalala Ilunga Matthiesen
Die Demokratische Republik Kongo. Eine Analyse aus staatstheoretischer, verfassungsrechtlicher und völkerrechtlicher Sicht
Münster u. a.: Waxmann Verlag 2005; 196 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 3-8309-1459-8Rechtswiss. Diss. Hamburg; Gutachter: R. Lagoni, S. Oeter. – Der Autor zeichnet die wechselvolle und konfliktgeladene Geschichte des durch Machtmissbrauch, Korruption, Misswirtschaft und eine politisierte Ethnizität geprägten afrikanischen Landes nach. Sie reicht von der Erlangung der Unabhängigkeit des Kongos 1960 und der fünf Jahre später erfolgten Machtübernahme Mobutus über die innerstaatlichen Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen mit Ruanda und Uganda in den 90er-Jahren bis zur Unterzeichnung des Friedensabkommens und der Bildung einer Übergangsregierung im Juni 2003. Matthiesen erörtert die Grundzüge der kongolesischen Verfassung und geht auf die bisherigen Dezentralisierungs- und Demokratisierungsbemühungen ein. Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Ursachen für den Auflösungsprozess der staatlichen Ordnungsstruktur und der Zersplitterung des als „failed state“ bezeichneten Landes, die der Autor u. a. in der Manipulation der ethnischen Vielfalt begründet sieht, nicht in deren Existenz an sich: „Ethnizität wird in engster Verknüpfung mit soziopolitischen Entwicklungen als politische Ressource instrumentalisiert.“ (55)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.67 | 2.21 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Kalala Ilunga Matthiesen: Die Demokratische Republik Kongo. Münster u. a.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23722-die-demokratische-republik-kongo_27260, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 27260
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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