/ 04.06.2013
Reinhard Rode (Hrsg.)
Die Integration Mittelosteuropas in die Weltwirtschaft
Amsterdam: G+B Verlag Fakultas 1998; XX, 285 S.; softc., 49,80 DM; ISBN 90-5708-028-1Der Prozeß der Umwandlung von der Plan- zur Marktwirtschaft und dessen Verknüpfung mit den Transformationsprozessen auf der politischen und gesellschaftlichen Ebene hat sich als die herausforderndste Aufgabe für die osteuropäischen Reformländer erwiesen. Die ausgesuchten Beiträge beschäftigen sich vor allem mit der wirtschaftlichen Entwicklung der postkommunistischen Länder und deren Integration in die Weltwirtschaft, berücksichtigen aber auch deren Zusammenhang mit anderen Aspekten gesellschaftlicher Transformation (Wolf z. B. verbindet in seinem Beitrag wirtschaftliche mit sicherheitspolitischer Stabilisierung).
Der Band konzentriert sich auf Mittelosteuropa und vor allem auf die drei Länder Polen, Ungarn und Tschechien, die die tiefen wirtschaftlichen Transformationskrisen am Anfang der neunziger Jahre erfolgreich überwunden haben und schon dabei sind, "den Anschluß an das moderne Europa zu finden" (XIV). Aufgrund ihrer vielversprechenden Entwicklung sind die wichtigsten Richtlinien und Vorbedingungen für eine erfolgreiche Integration in die Weltwirtschaft auch für Länder wie Rumänien und Bulgarien aufgezeigt, die mit den abgeschlossenen Europa-Abkommen eine politische, aber keine wirtschaftliche Basis für eine zukünftige Aufnahme in die EU errungen haben.
Ein besonderer Platz ist dem wirtschaftlichen Aspekt der EU-Osterweiterung gewidmet. Nicht nur die Probleme bei der Angleichung der Kandidatenländer an das gesamtwirtschaftliche Niveau der EU sind hier berücksichtigt: So stellt Prange in seinem Beitrag auch die eigene institutionelle Befähigung der EU, neue Mitglieder zu integrieren, in Frage und weist auf die in vielen Fällen zwiespältige Politik der EU gegenüber den Beitrittsländern hin. Darüber hinaus werden auch die Politiken des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der WTO und der Osteuropabank untersucht. Besonderes Interesse gilt dabei der deutschen Ostwirtschaftspolitik nach der Wiedervereinigung. Der Band enthält zahlreiche Schaubilder und Tabellen.
Inhalt: Reinhard Rode: Zurück auf den Markt: Modernisierung und Integration (1-31); Michael Sturm: Neuer Drang nach Osten? Deutsche Ostwirtschaftspolitik nach 1990 (33-60); Heiko Prange: Die Osterweiterung der Europäischen Union: Eine Zerreißprobe für das 21. Jahrhundert? (61-95); Clarissa Goricki: Hilfe durch politische Kredite? Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank (97-130); Yves Cossette / Reinhard Rode: Neue Mitspieler im Welthandelssystem: Mittelosteuropa in der WTO (131-162); Stefan Drößler: Die Osteuropabank: Vom Instrument französischer Osteuropapolitik zur multilateralen Finanzinstitution? (163-200); Norbert Minhorst: Schwellenländer in Mittel- und Osteuropa (201-241); Reinhard Wolf: Wirtschaftliche Integration durch sicherheitspolitische Einbindung: Realität oder Mythos? (243-262).
Deliana Popova (DP)
Dipl.-Politologin.
Rubrizierung: 2.62 | 4.3 | 4.43 | 3.6 | 4.21
Empfohlene Zitierweise: Deliana Popova, Rezension zu: Reinhard Rode (Hrsg.): Die Integration Mittelosteuropas in die Weltwirtschaft Amsterdam: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5028-die-integration-mittelosteuropas-in-die-weltwirtschaft_6626, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6626
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Dipl.-Politologin.
CC-BY-NC-SA