/ 18.06.2013
Thomas Risse / Anja Jetschke / Hans Peter Schmitz
Die Macht der Menschenrechte. Internationale Normen, kommunikatives Handeln und politischer Wandel in den Ländern des Südens
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2002 (Weltpolitik im 21. Jahrhundert 7); 226 S.; brosch., 20,- €; ISBN 3-7890-7891-3Das Buch untersucht systematisch die Bedingungen, unter denen internationale Menschenrechtsnormen in die innenpolitische Praxis von Staaten der Dritten Welt umgesetzt werden. Die Autoren entwickeln ein "Spiralmodell des Menschenrechtswandels", das auf die Menschenrechtsentwicklung einiger ausgewählter Akteure in verschiedenen regionalen Ordnungen des internationalen Systems angewandt wird. Die Durchsetzung internationaler Menschenrechtsnormen hängt demnach davon ab, ob es transnationalen Nichtregierungsorganisationen und gesellschaftlichen Gruppen im Inneren der betroffenen Staaten gelingt, autokratische Systeme unter Druck zu setzen. Internationaler Druck auf menschenrechtsverletzende Staaten seitens der westlichen Welt und internationaler Organisationen führt vorwiegend dann zum Erfolg, wenn er diese gesellschaftliche Mobilisierung fördert. Dabei ist die Ausübung von moralischem Druck ebenso wichtig wie die Verhängung von ökonomischen und militärischen Sanktionen. Um die internationale Öffentlichkeit überzeugen zu können, müssen sich - so die Autoren - strategisch handelnde Akteure an die Regeln der Argumentation innerhalb eines globalen Forums halten. Dieses entfalte seine zivilisierende Wirkung auf die Akteure, die sich zunächst im Zwang zur Rechtfertigung ausdrücke. Es komme zu einem Prozess rhetorischer Selbstbindung und schließlich zu argumentativen Zugeständnissen mit konkreten Handlungsfolgen, die von autokratischen Regimen nicht ohne hohe politische und materielle Kosten zurückgenommen werden können.
Inhaltsübersicht: 2. Internationale Normen, kommunikatives Handeln und innenpolitischer Wandel: Ein Spiralmodell. Das Spiralmodell im empirischen Test: Sechs Länderfallstudien: 3. Südostasien: Philippinen und Indonesien; 4. Afrika südlich der Sahara: Kenia und Uganda; 5. Nordafrika: Tunesien und Marokko.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 4.42 | 2.67 | 2.68
Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Thomas Risse / Anja Jetschke / Hans Peter Schmitz: Die Macht der Menschenrechte. Baden-Baden: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17462-die-macht-der-menschenrechte_20101, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20101
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
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