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/ 21.06.2013
Eiichi Kido

Die Remilitarisierung Japans nach 1945. Rückkehr zu einem militanten Nationalismus?

Bonn: Pahl-Rugenstein 2009; 178 S.; 24,90 €; ISBN 978-3-89144-416-0
Der Autor analysiert die Remilitarisierung Japans nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus der Perspektive der kritischen Friedensforschung. Kido kritisiert, dass der Tenno trotz seiner Verantwortung für den Krieg seine Machtposition behaupten konnte: „Anders als Deutschland wurde Japan nach dem Zweiten Weltkrieg nicht geteilt. Das Tenno-System, in dessen Namen die Japaner die Expansion, die Kolonialherrschaft und die Kriege durchgeführt hatten, konnte im Grunde unversehrt bleiben, weil die US-Amerikaner es ausnutzen wollten, um ihre Besatzungspolitik reibungslos in die Tat umzusetzen“ (12). Damit sei die Konservierung des reaktionären Bewusstseins der Japaner begünstigt worden. Zudem hätten die Vereinigten Staaten die Remilitarisierung Japans forciert und dies trotz der antimilitaristischen Verfassung des Landes, die die Wiederbewaffnung nur in einem sehr eingeschränkten Maße zugelassen habe. Kido spricht deshalb von einer „verdeckten“ (8) Remilitarisierung, deren Verlauf er akribisch nachzeichnet und begründet. Im Blickpunkt stehen dabei jüngere Ereignisse wie die Golfkriege und der 11. September 2001. Die daraus resultierenden politischen Konflikte spiegeln sich in einer die Militarisierung zulassenden Gesetzgebung, die der Autor detailliert untersucht. Darüber hinaus ordnet er das japanisch-amerikanische Bündnis in das strategische Sicherheitskonzept der USA ein und vergleicht es mit der Situation Westdeutschlands, das nach dem Krieg genau wie Japan als antikommunistisches Bollwerk gedient habe. Außerdem macht Kido das Machtstreben neoliberaler und neonationaler Eliten, die China und Nordkorea zunehmend als Feindbilder etablierten, für die Militarisierung des Landes verantwortlich. Darüber hinaus sind für ihn nicht zuletzt die personellen und familiären Verflechtungen des japanischen Regierungssystems wichtige, den Konservativismus und damit auch die Militarisierung begünstigende Faktoren.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.682.22.212.232.2624.22 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Eiichi Kido: Die Remilitarisierung Japans nach 1945. Bonn: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31477-die-remilitarisierung-japans-nach-1945_37469, veröffentlicht am 01.12.2009. Buch-Nr.: 37469 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA