/ 21.06.2013
Annett Löser
Die Zusammenarbeit und Koordination internationaler Organisationen auf dem Gebiet von Handel und Entwicklung am Beispiel der Least Developed Countries
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2006 (Europäische Hochschulschriften: Reihe II, Rechtswissenschaft 4299); XLVIII, 588 S.; brosch., 97,50 €; ISBN 978-3-631-53965-1Rechtswiss. Diss. Leipzig; Gutachter: R. Geiger. – Durch die Liberalisierung der Märkte und den Anstieg des Welthandels hat sich die ungleiche Verteilung von Einkommen und Entwicklungschancen zwischen Nord und Süd weiter verschärft. Von den negativen Folgen der Globalisierung sind die am wenigsten entwickelten Länder, die sogenannten Least Developed Countries (LDC), besonders betroffen. Zwar wird seit Jahrzehnten von der internationalen Gemeinschaft und ihrer Organisationen das Ziel der Integration der LDC in die Weltwirtschaft proklamiert – doch blieben die zahlreich ins Leben gerufenen Aktionsprogramme weitgehend ohne Erfolg. Vor diesem Hintergrund und der Überzeugung folgend, dass Handel eine wichtige Komponente für den Entwicklungsprozess darstellt, fragt die Autorin, ob und inwieweit internationale Organisationen, die sich mit Handel und Entwicklung befassen, im Interesse von Entwicklungsländern tätig werden bzw. zur Entwicklung der LDC beitragen. Zunächst werden die folgenden Organisationen ausführlich sowohl hinsichtlich ihrer Rechtsgrundlagen, Funktionen und Tätigkeiten als auch hinsichtlich ihrer Zusammenarbeit und Koordination mit anderen Organisationen dargestellt: die Vereinten Nationen und deren Unterorganisationen UNCTAD und UNDP, die beiden Bretton-Woods-Institutionen, das WTO-System sowie die EG/EU und die OECD. Dieser mehr als 300 Seiten umfassende Teil, der für sich genommen eine breite Basis für weitergehende Untersuchungen darstellt, dient der Autorin dann als Grundlage für die Analyse der Voraussetzungen, Grenzen und Verbesserungsmöglichkeiten der Politikkoordination und Kooperation. Bestehende Interessens- und Zielkonflikte, insbesondere unterschiedliche Auffassungen über die Wege hin zu einer Handelsliberalisierung und über das Reformtempo – so ihr Fazit – seien nahezu unüberwindbare Schranken und spiegelten sich auch in der unterschiedlichen Machtverteilung in den internationalen Organisationen wider.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.3 | 4.44 | 3.6
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Annett Löser: Die Zusammenarbeit und Koordination internationaler Organisationen auf dem Gebiet von Handel und Entwicklung am Beispiel der Least Developed Countries Frankfurt a. M. u. a.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26079-die-zusammenarbeit-und-koordination-internationaler-organisationen-auf-dem-gebiet-von-handel-und-entwicklung-am-beispiel-der-least-developed-countries_30332, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30332
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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