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/ 05.06.2013
Christof Hartmann

Externe Faktoren im Demokratisierungsprozeß. Eine vergleichende Untersuchung afrikanischer Länder

Opladen: Leske + Budrich 1999 (Junge Demokratien 2); 343 S.; kart., 68,- DM; ISBN 3-8100-2206-3
Politikwiss. Diss. Heidelberg; Erstgutachter: D. Nohlen, Zweitgutachter: K. von Beyme. - Der Autor fragt nach der Bedeutung der internationalen Dimension für Demokratisierungsprozesse in Afrika. Anhand eines differenzierten Analyserasters untersucht er den Einfluß externer Faktoren hinsichtlich Einleitung, Verlauf und Ergebnis von Transitionsprozessen in Benin, Côte d'Ivoire, Kenia und Uganda und weist "unterschiedliche Formen und Wirkungen dieser externen Seite" (16) nach. Die Untersuchung nimmt eine akteurstheoretische Perspektive ein und analysiert die Herausbildung politisch-institutioneller Reformen, sie konzentriert sich damit auf die Ebene des politischen Systems. Die Arbeit endet nicht mit dem bloßen Nachweis externer bzw. systemischer Faktoren, sondern arbeitet abschließend die Unterschiede eines komplexen wie "komplizierten Geflecht[s]" (275) in den vier Länderfällen heraus. Im Ergebnis zeigt sich, "daß die politischen Reformprozesse in Afrika seit 1989 nicht bewußt von externen Akteuren herbeigeführt wurden. Sie wurden ganz im Gegenteil unter dem Einfluß internationaler Veränderungen von Afrikanern selbst angestoßen, die die Hilfe der externen Akteure benötigten, um sich gegenüber den autoritären Regimen durchzusetzen. [...] Wenn sich in den Verlaufsrichtungen und Ergebnissen so viel externer Einfluß spiegelt, so handelte es sich zumeist nicht um ein Diktat von außen, sondern eine gewollte Anpassung an neue internationale Gegebenheiten." (311) Mit dieser methodisch klar strukturierten und im Ergebnis stark differenzierten Arbeit leistet Hartmann einen wertvollen Beitrag zu der Debatte um externe und interne Erklärungsfaktoren afrikanischer Demokratisierungsprozesse. Aus dem Inhalt: 1. Politischer Wandel und Demokratisierung in Afrika; 2. Die internationale Dimension der Transitionsprozesse: 2.1 Internationales System und interner politischer Wandel: Eine Bestandsaufnahme theoretischer Ansätze; 2.2 Tansition als internationalisierter Prozeß: Zur Klärung des eigenen Ansatzes. 3. Benin; 4. Côte d'Ivoire; 5. Kenia; 6. Uganda; 7. Die Erklärungskraft externer Faktoren; 8. Kontextuelle und situative Erklärungsfaktoren: 8.1 Strukturelle Kontextbedingungen: Institutionelles Erbe; Internationale Einbindung und Zusammensetzung der externen Akteure; Wirtschaftliche Ressourcenbasis; 8.2 Situative Erklärungsfaktoren: Reformwillen in der Transitionsphase; Oppositionelle Alternativen. 9. Vom Demokratieexport zum Demokratieimport.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.672.24.44 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Christof Hartmann: Externe Faktoren im Demokratisierungsprozeß. Opladen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6928-externe-faktoren-im-demokratisierungsprozess_9280, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9280 Rezension drucken
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