/ 19.06.2013
Michael Piazolo / Jürgen Weber (Hrsg.)
Föderalismus. Leitbild für die Europäische Union?
München: Olzog 2004 (Akademiebeiträge zur Politischen Bildung 34); 336 S.; brosch., 24,- €; ISBN 3-7892-8126-3Nur ein am Grundgedanken des Föderalismus orientiertes Modell der Macht- und Zuständigkeitsverteilung könne 25 oder gar 30 EU-Mitgliedstaaten zu einer politischen Einheit integrieren, schreiben die Herausgeber. Einzig eine föderalistische Grundstruktur werde auf Dauer von den Bürgern akzeptiert. Allerdings zeigen die Autoren, dass „höchst verschiedenartige politische Systeme und Entscheidungsprozesse" (12) unter den Begriff Föderalismus fallen. Zu den analysierten Beispielen gehören Belgien, die Schweiz, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien, aber auch Südafrika, Kanada und die USA. Die Autoren lösen sich damit von der deutschen Verfassungs- und Reformdiskussion, in der einige Kritiker den Föderalismus als die Hauptursache für „den bereits seit Jahren beklagten Reformstau in Staat und Gesellschaft" (11) sehen. In diesem Zusammenhang verweisen die Herausgeber darauf, dass der Föderalismus auch eine „gewisse Garantie für Kontinuität, Verlässlichkeit und Berechenbarkeit der Politik" (11) und damit einen entwicklungsfähigen Ansatz für die EU biete.
Aus dem Inhalt:
Heinrich Oberreuter:
Vorwort: Zwei Herausforderungen des Föderalismus (7-10)
Michael Piazolo / Jürgen Weber:
Föderalismus als europäisches Modell - Zur Einführung (11-21)
I. Politikgestaltung in föderalistischen Demokratien - Vorbild für das Vereinigte Europa?
Kurt L. Shell:
Der amerikanische Föderalismus - Eine kritische Perspektive (25-45)
Hans-Peter Schneider:
Entwicklungen, Fehlentwicklungen, Reformen des deutschen Föderalismus und die Europäische Union (46-57)
Frank Delmartino:
Belgien - Eine unvollendete Föderation (58-73)
Dieter Freiburghaus / Fabien Gehl:
Föderalismus und Mehrsprachigkeit - Belgien und Schweiz im Vergleich (74-97)
Jörg Broschek / Rainer-Olaf Schultze:
Kanadischer Föderalismus und Europäische Union - Zwei Mehrebenensysteme im Vergleich (98-127)
Peter Bußjäger:
Der „zentralistischste aller Bundesstaaten" als (Lehr)Beispiel für Europa? - Der Fall Österreich (128-147)
Klemens H. Schrenk:
Föderalismus in Südafrika: Entwicklung, Strukturen, Funktionshemmnisse (148-178)
II. Ziele und Ergebnisse von Dezentralisierungsprozessen in Mitgliedstaaten der Europäischen Union
Roland Sturm:
Devolution - Der pragmatische Weg zur Anerkennung regionaler Vielfalt im Vereinigten Königreich (181-199)
Alexander Grasse:
Italien - Ein Bundesstaat in der Entstehung oder: Föderalismus als Modernisierungspolitik (200-249)
Walther L. Bernecker:
Spanien - Vom zentralistischen Einheitsstaat zum Staat der Autonomen Gemeinschaften (250-271)
Jean-Paul Picaper:
Frankreich „dezentral" aber nicht „föderalistisch": Das neue Staatsmodell westlich des Rheins (272-278)
III. Föderalismus als Zukunftsmodell der Europäischen Union?
Rainer Schwarzer:
Subsidiarität - Schlüssel für ein föderalistisches Europa (281-289)
Ferdinand Graf Kinsky:
Föderalismus als Gesellschaftsmodell (290-299)
Michael Piazolo / Jürgen Weber:
Die Europäische Union als Föderation - Ein Mehrakter mit offenem Schluss (300-315)
Rudolf Hrbek:
Die Europäische Union in föderaler Perspektive (316-334)
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.41 | 2.61 | 2.64 | 2.67 | 2.4 | 3.2 | 2.5
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Michael Piazolo / Jürgen Weber (Hrsg.): Föderalismus. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21368-foederalismus_24938, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24938
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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