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/ 21.06.2013
Christine Eifler / Ruth Seifert (Hrsg.)

Gender Dynamics and Post-Conflict Reconstruction

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009; 298 S.; pb., 46,80 €; ISBN 978-3-631-56058-7
Gitti Hentschel führt im Vorwort aus, dass sich das Verständnis von Frieden, Sicherheit, Verteidigung und auch Intervention in deutscher und europäischer Politik innerhalb des vergangenen Jahrzehnts dramatisch verändert habe. Deutschland wie auch andere europäische Staaten sind in Krisenregionen oder im Kampf gegen den Terrorismus aktiv. Um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden, wurden vielfältige Strategien zur Konfliktvermeidung und -lösung wie auch Postkonfliktstrategien entwickelt. Dabei habe sich ergeben, dass nicht nur wirtschaftliche, ökologische oder ethnisch-kulturelle Faktoren für die Krisenbewältigung von Bedeutung sind, sondern dass Krisen auf die eine oder andere Art immer auch im Kontext der herrschenden Geschlechterordnung betrachtet werden müssen. Susanne Schmeidl untersucht den Abbau von Geschlechterungleichheiten in den traditionellen Gesellschaften Afghanistans. Sie stellt dabei eine besorgniserregende Lücke zwischen offiziellen Äußerungen zur Geschlechterfrage und dem tatsächlichen Umgang mit ihr fest. Schmeidl führt dies auf Unkenntnis der Landesgeschichte und gegenwärtiger Geschlechterdynamiken zurück. Sie schlägt zur Lösung nicht nur vor, Männer ebenfalls einzubeziehen, sondern ergänzt darüber hinaus noch mit Blick auf einen holistischeren Ansatz, dass Geschlechterrollen und -identitäten, Symboliken und Strukturen mit bedacht werden müssen. Andrea Hapke betrachtet Friedensorganisationen von Frauen im Nordkaukasus. Diese Friedensbewegungen nutzen kulturelle Konzepte von Weiblichkeit und Mutterschaft, um ihre Aktivitäten gegen Krieg und Gewalt zu legitimieren. Anhand dieser traditionellen Konzepte, die aus Sicht feministischer Theorie fragwürdig sind, gelingt es den Frauen von unterschiedlichen Seiten des Tschetschenien-Konflikts so in einen Dialog einzutreten. Die Beiträge dieser Anthologie gingen unter Förderung der Heinrich-Böll-Stiftung aus dem Kolleg „Genderdynamiken in gewaltförmigen Konflikten“ am Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie hervor.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.272.22.234.412.612.632.68 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Christine Eifler / Ruth Seifert (Hrsg.): Gender Dynamics and Post-Conflict Reconstruction Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31084-gender-dynamics-and-post-conflict-reconstruction_36958, veröffentlicht am 26.08.2009. Buch-Nr.: 36958 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA