/ 20.06.2013
Sebastian Fischer
Gerhard Schröder und die SPD. Das Management des programmatischen Wandels als Machtfaktor
München: Forschungsgruppe Deutschland am Centrum für angewandte Politikforschung 2005 (Schriftenreihe der Forschungsgruppe Deutschland 17); 200 S.; 15,- €; ISBN 3-933456-35-5Auf welche Art und Weise hat Gerhard Schröder versucht, seine Entscheidungen zu vertreten? Welche Machtfaktoren setzte er ein oder, in der Sprache des Buches, „welche Managementprozesse können aus den untersuchten Bereichen des programmatischen Wandels (Programmdebatte, Außenpolitik, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik) extrahiert werden und welcher dieser Managementdimensionen bediente sich Gerhard Schröder in welcher Situation? In welchen Managementdimensionen erwies sich Gerhard Schröder im Sinne eines Machterhalts oder -zuwachses erfolgreich, in welchen trug sein Handeln zu Machtbeschränkungen bei? Welche allgemeineren Erkenntnisse können über die Bedingungen zusammengetragen werden, unter denen ein Management des programmatischen Wandels als Machtfaktor im Rahmen einer (Programm-)Partei eingesetzt werden kann“? (64) Diese Fragen werden am Beispiel der Auseinandersetzungen auf drei Politikfeldern, nämlich der innerparteilichen Kontroverse („Neue Mitte“, Schröder-Blair-Papier bis zur Programmdebatte nach der Wiederwahl 2002), der Außenpolitik („deutscher Weg“) und der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik („Agenda 2010“, „Verteidigung der sozialen Gesellschaft“) untersucht. Das Ergebnis überrascht nicht weiter: „Durch erfolgreiches Management, in besonderem Maße durch jenes der normativen Dimension, können Handlungsmöglichkeiten erschlossen werden. Politikänderungen durch schlichten Vollzug von Regierungshandeln funktionieren nicht.“ (174) Wenngleich sich programmatische Veränderungen in konkreter Politik niederschlagen müssen, so darf doch die normativ unterlagerte Begründung nicht außer Acht gelassen werden.
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.331 | 4.21 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Sebastian Fischer: Gerhard Schröder und die SPD. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24831-gerhard-schroeder-und-die-spd_28702, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28702
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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