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/ 18.06.2013
Miriam Lang

Gewalt und Geschlecht in Mexiko. Strategien zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen im Modernisierungsprozeß

Münster: Lit 2002 (Kontroversen 12); IX, 270 S.; brosch., 25,90 €; ISBN 3-8258-5913-4
Diss. FU Berlin; Gutachterinnen: M. Zapata Galindo, R. Rott. - Der Wahlbetrug der Regierungspartei bei den mexikanischen Präsidentschaftswahlen 1988 führte zu einer Protestwelle und Legitimationskrise der Regierung. In der Folge wurden weit reichende politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen durchgeführt. Im Rahmen dieser Veränderungen trat das bislang kaum thematisierte Problem „Gewalt gegen Frauen" auf die politische Tagesordnung und es wurden Maßnahmen zur Unterstützung und Betreuung der Opfer eingeleitet. Die Autorin zeichnet diese Entwicklung des öffentlichen Diskurses nach und analysiert dessen Ursachen. Insbesondere untersucht sie, ob und inwiefern die öffentliche Debatte Rückwirkungen auf die herrschende, deutlich patriarchalisch geprägte Geschlechterordnung des Landes hatte. Dabei zeigt sie, dass im Verlauf der Debatten einerseits an vielen Stellen tatsächlich traditionelle Geschlechterklischees durchbrochen wurden, dass sich aber andererseits stereotype Vorstellungen und Zuschreibungen hartnäckig halten und selbst in explizit feministisch orientierten Texten aufscheinen. Die Analyse basiert in erster Linie auf einer umfangreichen Auswertung sehr unterschiedlicher Texttypen zum Thema: Das Spektrum reicht von wissenschaftlichen Abhandlungen über politische Verlautbarungen bis hin zu Gesetzestexten.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.652.272.23 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Miriam Lang: Gewalt und Geschlecht in Mexiko. Münster: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18770-gewalt-und-geschlecht-in-mexiko_21775, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21775 Rezension drucken
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