/ 04.06.2013
Gernot Erler
Global Monopoly. Weltpolitik nach dem Ende der Sowjetunion
Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag 1998; 128 S.; 14,- DM; ISBN 3-7466-8518-4Erneut führt uns ein Autor das düstere Bild politischer Regression globalen Ausmaßes vor Augen - seit dem Ende des Kalten Krieges sei die Welt nur von Chaos beherrscht: Kriege, Massaker und Unruhen forderten jeden Tag neue Opfer; Osteuropa versinke in wirtschaftlicher Misere - Westeuropa in gedrosseltem Egoismus; die UNO sei zu schwach, um neue politische Regeln durchsetzen zu können - die USA zu stark, um ihrer Rolle als Hegemon entkommen zu wollen. "Survival of the fittest" (113) heiße die heutige Devise und die neue Weltordnung gleiche einem "Global Monopoly", einem "gigantischen Schattenspiel" (113 f.) (Brzezinski sah die Welt vor einem Jahr optimistischerweise immer noch als ein Schachspiel), in dem nur einer Sieger sein könne: der Stärkere. Erler, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags sowie Ost- und Abrüstungsexperte der SPD, verspricht kaum Hoffnung auf eine bessere Welt, es sei denn, der Stärkere (USA) übernähme auch die Rolle des Guten.
Deliana Popova (DP)
Dipl.-Politologin.
Rubrizierung: 4.41 | 4.3 | 4.45 | 2.64 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Deliana Popova, Rezension zu: Gernot Erler: Global Monopoly. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5438-global-monopoly_7117, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7117
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Dipl.-Politologin.
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