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/ 21.06.2013
Michael Bergstreser / Franz-Josef Möllenberg / Gerd Pohl (Hrsg.)

Globale Hungerkrise. Der Kampf um das Menschenrecht auf Nahrung

Hamburg: VSA 2009; 189 S.; 12,80 €; ISBN 978-3-89965-383-0
Obwohl 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen in der Millenniumserklärung die Absicht geäußert haben, den Anteil der weltweit Hungernden bis 2015 zu halbieren, läuft der Trend doch tatsächlich in die andere Richtung. Sowohl die absolute Zahl (rund eine Milliarde) als auch der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung steigt. Davon lebt die absolute Mehrzahl in den Entwicklungsländern, Indien ist das Hungerland Nr. 1, in einigen Ländern im südlichen Afrika ist der Anteil der Hungernden an der Gesamtbevölkerung jedoch nochmals deutlich höher. In diesem Sammelband, an dem insgesamt 16 Autoren mitgearbeitet haben, wird einerseits nach den Ursachen gefragt. Diese seien weniger in globalen Krisen zu suchen, wie der Finanzkrise, sondern vielmehr struktureller Art. Vor allem Konflikte, der mangelnde politische Wille und fehlende Kohärenz zwischen den verschiedenen Politikbereichen hätten schon in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass der Hunger nicht wirkungsvoll bekämpft werden konnte. Aber auch das hohe Bevölkerungswachstum und der Klimawandel stellten die Hungerbekämpfung vor große Herausforderungen. Andererseits werden auch Wege aus der globalen Hungerkrise aufgezeigt. Einige befürworten eine „Neue Grüne Revolution“, die allerdings einen „größeren ökologischen Fußabdruck“ (24) hinterlasse, als die Erde dauerhaft verkraften könne. Andere hingegen halten Lösungen für geeigneter, die auf lokale Produktionsgegebenheiten abgestimmt sind, sparsam mit vorhandenen Ressourcen umgehen und dennoch Produktionsgewinne erzielen würden, wie etwa durch effizientere Bewässerungstechniken, die Optimierung traditioneller Anbaumethoden, bodenverbessernde Maßnahmen und die Diversifizierung des Anbaus. Ernährungssicherheit lasse sich nicht nur durch mehr kleinbäuerliche Produktion, sondern vor allem auch durch Armutsbekämpfung erzielen. Daher müssten die Wirtschaftskraft ländlicher Räume erhöht und Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen werden. Voraussetzung hierfür sei eine Verbesserung im Bildungssektor.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.454.424.44 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Michael Bergstreser / Franz-Josef Möllenberg / Gerd Pohl (Hrsg.): Globale Hungerkrise. Hamburg: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31587-globale-hungerkrise_37621, veröffentlicht am 10.02.2010. Buch-Nr.: 37621 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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