/ 04.06.2013
Torsten Amelung
Globaler Umweltschutz als Verteilungsproblem im Nord-Süd-Konflikt. Ursachen und Lösungsmöglichkeiten dargestellt am Beispiel der Rodung tropischer Regenwälder
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1997; 307 S.; brosch., 79,- DM; ISBN 3-631-30350-5Die Arbeit geht der Frage nach, welche umweltpolitischen Anreizsysteme auf nationaler wie internationaler Ebene geschaffen werden müssen, um den Verbrauch natürlicher Ressourcen weltweit zu optimieren. Ausgangspunkt ist die Feststellung einer grundlegenden Interessendivergenz zwischen Industrie- und Entwicklungsländern in Sachen Umweltschutz, die aus unterschiedlichen Wohlstandsniveaus herrührt. Um die Anreizsysteme in ihrer notwendigen Ausgestaltung zu beschreiben, ist es geboten, sich über die Ursachen der Umweltzerstörung in den Entwicklungsländern Klarheit zu verschaffen, was der Autor am Beispiel des tropischen Regenwaldes unternimmt. Als denkbare Lösungsansätze des Internalisierungsproblems kommen zum einen das Verursacherprinzip in Frage - die Industrieländer könnten danach z. B. Beschränkungen gegen Tropenholzimporte verhängen; zum anderen sind aber auch Transferleistungen an die Entwicklungsländer vorstellbar, um auf eine Unterlassung oder Reduzierung der Umweltschädigung hinzuwirken. In einem Vergleich beider Instrumente wird letzterem aus Praktikabilitäts- und Gerechtigkeitsgründen der Vorzug gegeben. Die Wirksamkeit hängt dabei von der Zahl der beteiligten Länder sowie von den (umweltpolitischen) Bedingungen ab, die an eine Transferzahlung geknüpft werden.
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 4.44 | 4.45
Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Torsten Amelung: Globaler Umweltschutz als Verteilungsproblem im Nord-Süd-Konflikt. Frankfurt a. M. u. a.: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3581-globaler-umweltschutz-als-verteilungsproblem-im-nord-sued-konflikt_4780, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 4780
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Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
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