/ 17.06.2013
Bob Woodward
Greenspan. Dirigent der Weltwirtschaft
Hamburg/Wien: Europa Verlag 2001; 350 S.; geb., 22,90 €; ISBN 3-203-77657-8Die Journalisten-Ikone Woodward versucht nachzuvollziehen, inwieweit der beispiellose Boom der amerikanischen Wirtschaft in den 90er-Jahren auch dem Wirken des Notenbankvorsitzenden Alan Greenspan zuzurechnen ist. Im Rahmen seiner feuilletonistischen Insider-Chronik begleitet er Greenspan als Chef der Federal Reserve von seiner Ernennung am Ende der Amtszeit Reagans bis zum Präsidentenwechsel 2001. Reichlich garniert mit Interna und Anekdoten, schildert das Buch gleichermaßen die persönlichen wie politischen Zusammenhänge innerhalb derer Greenspan agiert und bietet somit auch eine lesenswerte Einführung in die Stellung und die interne Funktionsweise der amerikanischen Notenbank selbst. Das Buch bezieht seine Informationen zum einen wesentlich aus Interviews, die Woodward mit jenen geführt hat, "die die hier geschilderten Entscheidungen getroffen haben, daran teilhatten oder zugegen waren, als man sie traf" (328). Zum anderen griff er auf Aufzeichnungen aus dem Archiv der Notenbank zurück, insbesondere auf die wörtlichen Abschriften der auf Band aufgezeichneten Sitzungen des Offenmarktausschusses, des FOMC.
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 2.64 | 2.262 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Bob Woodward: Greenspan. Hamburg/Wien: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15444-greenspan_17586, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17586
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M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
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