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/ 21.06.2013
Elham Manea

Ich will nicht mehr schweigen. Der Islam, der Westen und die Menschenrechte. Aus dem Englischen von Maria Buchwald

Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2009; 200 S.; geb., 17,95 €; ISBN 978-3-451-29756-4
Die Autorin jemenitischer Herkunft, die als Diplomatentochter in mehreren arabischen und westeuropäischen Staaten lebte, befasst sich mit der Frage, wie über den Islam gesprochen wird. Sie plädiert für einen neuen Auslegungsansatz: den humanistischen Islam. Manea geht zunächst auf die veränderten Einstellungen und Wahrnehmungen nach dem 11. September ein und stellt sich kulturellem Relativismus, falsch verstandener Toleranz und Gleichgültigkeit entgegen. Sie nennt zahlreiche Beispiele aus dem Alltag, z. B. die Frage nach einer Befreiung muslimischer Mädchen vom Schwimmunterricht. Das Schweigen müsse gebrochen und eine neue Weise gefunden werden, über den Islam zu sprechen, denn jede Religion ist immer das, „was man aus ihr macht“ (19). Der humanistische Islam umfasst vor allem vier Komponenten: Das Menschsein und Menschenrechte vor die Religion zu stellen, „Wahlfreiheit“ (132) und Rationalität zu betonen, mit Denkverboten aufzuräumen und Männern und Frauen gleiche Rechte zu geben. In diesem Zusammenhang thematisiert Manea auch die Frage eines Kopftuchverbots. Die Autorin spricht sich gegen jede Polemik aus und verwendet bewusst keine religiösen Texte zur Bekräftigung ihrer Argumentation, denn für sie ist in erster Linie der Mensch und nicht die Religion die Lösung.
Susan Kristin Baumgart (SKB)
Studentin, Institut für Sozialwissenschaften, Bereich Politikwissenschaft, Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.234.42 Empfohlene Zitierweise: Susan Kristin Baumgart, Rezension zu: Elham Manea: Ich will nicht mehr schweigen. Freiburg i. Br./Basel/Wien: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30644-ich-will-nicht-mehr-schweigen_36392, veröffentlicht am 13.10.2009. Buch-Nr.: 36392 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA