/ 20.06.2013
Timo Freudenberger
Indiens Föderalismus und Ökonomie im Umbruch
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2005 (Beiträge zur Politikwissenschaft 87); XVII, 131 S.; brosch., 34,- €; ISBN 3-631-53593-7Seit den 90er-Jahren wurden auch in Indien wirtschaftliche Liberalisierungen durchgeführt. Freudenberger konstatiert, dass diese zwar insgesamt zu beachtlichen ökonomischen Erfolgen des Subkontinents geführt haben. Aufgrund der Vernachlässigung des Agrarsektors bei den Reformen hätten sich jedoch die wirtschaftlichen Disparitäten zwischen den Gliedstaaten erheblich verstärkt. Die ökonomischen Liberalisierungen hätten außerdem politische Machtverschiebungen in Indien mit verursacht, so die zentrale, allerdings in der Arbeit kaum belegte These des Verfassers. Die Position der Bundesstaaten innerhalb des föderalen Systems sei gestärkt worden. Insbesondere hätten einzelne Regionalparteien an politischem Einfluss gewonnen, da sie teilweise auch auf Bundesebene an der Regierungskoalition beteiligt (gewesen) seien. Vor allem die schlechter gestellten, aber einflussreichen Gliedstaaten machten zunehmend Ansprüche auf Teilhabe an den wirtschaftlichen Erfolgen geltend. Diese Konflikte konstruktiv zu lösen sei die zentrale Aufgabe der derzeitigen Regierung. In der vornehmlich deskriptiven Arbeit referiert der Verfasser ausgewählte Literatur zu diesen ökonomischen und politischen Veränderungen der letzten 15 Jahre in Indien.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.68 | 2.2 | 2.21 | 2.262
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Timo Freudenberger: Indiens Föderalismus und Ökonomie im Umbruch Frankfurt a. M. u. a.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24478-indiens-foederalismus-und-oekonomie-im-umbruch_28269, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 28269
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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