/ 20.06.2013
amnesty international (Hrsg.)
Jahresbericht 2005
Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag 2005; 635 S.; 13,90 €; ISBN 3-596-16699-3Der diesjährige Jahresbericht von amnesty international enthält Berichte über insgesamt 149 Länder und gibt damit einen umfassenden Überblick über die Menschenrechtssituation in der Welt im Berichtszeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2004. Besonders scharf kritisiert die Organisation das Verhalten der USA. Die Bemühungen der Supermacht um die Aufweichung der Definition von Folter, die Verletzungen von Menschenrechten sowie die Verstöße gegen die Genfer Konventionen im Rahmen des „Kampfes gegen den Terror“ hätten eine unheilvolle Vorbildfunktion für andere Regime. Außerdem verurteilt amnesty international die Menschenrechtsverletzungen bei den zahlreichen bewaffneten Konflikten weltweit und fordert eine bessere Kontrolle des internationalen Waffenhandels. Nicht nur politische Willkür, geschlechtsspezifische Gewalt und Krieg seien Verstöße gegen die Menschenrechte. Auch Armut, Hunger, Wassermangel, eine unzureichende gesundheitliche Versorgung und Bildung sowie alltägliche Diskriminierung erlaubten vielen Menschen kein Leben in Würde. Hier seien neben der Politik insbesondere die global operierenden Konzerne gefordert, international verbindliche Verhaltensstandards einzuhalten. Zudem kritisiert die Organisation die unzureichende Effektivität der Vereinten Nationen bei der Durchsetzung der Menschenrechte und mahnt eine Reform dieser Institution an.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 4.42 | 4.3
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: amnesty international (Hrsg.): Jahresbericht 2005 Frankfurt a. M.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23487-jahresbericht-2005_26963, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 26963
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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