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/ 20.06.2013
Werner Biermann / Arno Klönne

Kapital-Verbrechen. Zur Kriminalgeschichte des Kapitalismus

Köln: PapyRossa Verlag 2005 (Neue Kleine Bibliothek 107); 207 S.; 14,80 €; ISBN 3-89438-303-8
Die beiden Soziologen stellen zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, Ungerechtigkeiten und Missstände dar, mit deren Hilfe finanzkräftige Kapitaleigner im Rahmen des kapitalistischen Systems die Profite des eingesetzten Kapitals erhöhen wollten. Die Vorfälle reichen von der Kolonialzeit bis hin zu aktuellen Ereignissen der letzten Jahrzehnte, wie beispielsweise den im Zusammenhang mit dem Jäger 90/Eurofighter diskutierten Ungereimtheiten. Die Verfasser zeigen, dass im kapitalistischen System häufig mit unmenschlichen Methoden vorgegangen worden sei, um den Gewinn zu erhöhen. Der Kapitalismus sei oft auf besonders brutale Weise durchgesetzt worden. Biermann und Klönne wollen mit ihrem Buch auch einen Beitrag zur aktuellen Liberalisierungs- und Kapitalismus-Debatte liefern, der deutlich macht, dass soziale Fortschritte und sozialstaatliche Errungenschaften keineswegs dem Kapitalismus inhärente Entwicklungen sind, wie gerade aus liberaler Perspektive häufig argumentiert wird. Vielmehr seien sie „dem Kapital“ in langwierigen, zum Teil blutigen Auseinandersetzungen abgerungen worden. Schade jedoch, dass die Autoren keine wirklich aktuellen Bezüge herstellen - wie beispielsweise zur Situation in China; der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf historischen Ereignissen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.22.222.652.682.642.632.3 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Werner Biermann / Arno Klönne: Kapital-Verbrechen. Köln: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23168-kapital-verbrechen_26525, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26525 Rezension drucken
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