Lo Statuto di Autonomia del Trentino-Alto Adige: un modello di pacificazione etnica per l'area centrale danubiana? Das Autonomiestatut für Trentino-Südtirol: ein Modell für die Befriedung ethnischer Konflikte im mittleren Donauraum?
Berlin: Duncker & Humblot 1996 (Associazione Italo-Tedesca di Sociologia 2); 350 S.; 50,- DM; ISBN 3-428-07350-9Inwieweit kann das Trentino-Südtirolstatut Modellfunktion für andere Konfliktregionen haben? Zwei Mitarbeiter der Deutsch-Italienischen Gesellschaft für Soziologie gehen der Frage auf den Grund, nicht zuletzt, weil sich die Gesellschaft aufgrund der geopolitischen Situierung ihrer Mitglieder und der gemeinsamen Betroffenheit von ethnischen Konflikten durch die Auseinandersetzung um die deutschsprachige Minderheit in Italien in besonderem Maße berufen fühlt, zu den Umwälzungen in Mittel- und Osteuropa Stellung zu beziehen. Geprüft wird die Anwendbarkeit des Trentino-Südtirolstatuts in sechs Konfliktregionen, bei denen langandauernde und tiefgehende ethnische Auseinandersetzungen durch territoriale Regelungen entschärft werden sollen. In die umfangreiche Untersuchung, die von regionalen Experten unterstützt wurde, flossen die Resultate aus Fragebögen ein, die zum Teil maßgebliche politische Regierungsvertreter und Minderheitsrepräsentanten beantwortet haben. Berücksichtigt wurden auch Interviews mit westeuropäischen Parteivertretern in den Konfliktregionen und Kontakte zu internationalen Organisationen wie dem Europarat und der UNO. Darauf aufbauend zeichnen die Autoren ein relativ vollständiges und aktuelles Bild der jeweiligen Konfliktsituationen und ihrer möglichen Lösungen. Am Ende stellen sie fest: "Die Frage nach einer möglichen ethno-politischen Modellfunktion des Trentino-Südtirolstatuts ist nach den Ergebnissen der vorliegenden Untersuchung für alle der schließlich einbezogenen Anwendungsfälle grundsätzlich mit Ja zu beantworten." (339) Eine Konkretisierung dieser Perspektive ginge jedoch über den Untersuchungsrahmen hinaus.
Inhaltsübersicht: 1. Politisch-normative Grundorientierungen der Untersuchung: 1.1 Völkerrechtliche Grundnormen des Volksgruppenrechts; 1.2 Jugoslawien: ein Sonderfall; 1.3 Politische Bedingungen der Volksgruppengesetzgebung. 2. Das Autonomiestatut für Trentino-Südtirol: 2.1 Die Geschichte der Autonomie; 2.2 Die Regelungen des Sonderstatutes für Trentino-Südtirol; 2.3 Durchführung des Statutes. 3. Die albanische Volksgruppe auf dem Territorium des ehemaligen Jugoslawiens: 3.1 Die albanische Volksgruppe in der Republik Makedonien-Skopje; 3.2 Die albanische Volksgruppe auf dem Kosovo; Exkurs: Staatlicher Umbruch und Volksgruppengesetzgebung in der Bundesrepublik Jugoslawien. 4. Die Moslems im Sandschak: 4.1 Zur Geschichte des Sandschak; 4.2 Grundprobleme der Beziehung zwischen Moslems und Serben; 4.3 Gegenwärtiger Stand des Konfliktes und politische Optionen der Konfliktparteien; Lösungsperspektiven des Konfliktes: der Sandschak zwischen Territorial- und Kulturautonomie. 5. Die Ungarn in Mittel- und Osteuropa: 5.1 Die Ungarn in der Vojvodina; 5.2 Die Ungarn in der Slowakei. 6. Bosnien-Herzegowina: 6.1 Grundmerkmale der Beziehungen zwischen Serben, Kroaten und Moslems; 6.2 Der derzeitige Konflikt und seine Ursachen; 6.3 Die Rolle der internationalen Organisationen; 6.4 Lösungsmöglichkeiten. Schluß- und Nachbemerkungen: Resultate und Grenzen der Untersuchung.
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