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/ 04.06.2013
Giorgio Voghera

Meine Heimat ist die ganze Welt. Überleben im Kibbuz 1938-1948. Aus dem Italienischen von Michael von Killisch-Horn. Mit einem Nachwort von Joachim Schlör

Gerlingen: Bleicher Verlag 1997; 254 S.; geb., 39,80 DM; ISBN 3-88350-043-7
Der 1908 in Triest geborene jüdische Schriftsteller muß 1938 vor den Faschisten fliehen. Er sucht Zuflucht in Palästina im Kibbuz Givat Brenner. Voghera berichtet von den Schwierigkeiten des Lebens im Kibbuz. Dabei stehen seine persönlichen Erfahrungen, die ungewohnte harte körperliche Arbeit, seine auch ideologischen Differenzen mit entschiedenen Vertretern des Zionismus und nicht zuletzt seine Bekanntschaften mit jüdischen Immigranten mit den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Hintergründen sowie mit der palästinensischen Bevölkerung im Vordergrund. In dem Bewußtsein, daß das Tagebuch wenige politische Eindrücke vermittelt, hat Voghera einen historisch-politischen Essay mit dem Titel "Die für die Geburt Israels entscheidenden Jahre" hinzugefügt. Das Nachwort informiert über die Biographie sowie das literarische und politische Umfeld Vogheras. Der Autor hat dieses Tagebuch erstmals 1967 in Italien veröffentlicht, mehr als 20 Jahre nach seinem Entstehen. Zu diesem Zeitpunkt lebte der Schriftsteller bereits wieder in Italien. Politische Erwägungen hielten ihn bis dahin von einer Publikation ab, da er einen Mißbrauch einzelner Passagen durch "antisemitische und antizionistische Propaganda" (8) befürchtete.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.632.23 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Giorgio Voghera: Meine Heimat ist die ganze Welt. Gerlingen: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4230-meine-heimat-ist-die-ganze-welt_5961, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 5961 Rezension drucken
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