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/ 21.06.2013
Jürgen Mackert / Hans-Peter Müller (Hrsg.)

Moderne (Staats)Bürgerschaft. Nationale Staatsbürgerschaft und die Debatten der Citizenship Studies

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007; 416 S.; brosch., 36,90 €; ISBN 978-3-531-14795-6
Der Band vermittelt einen Überblick über die Grundlagen moderner Staatsbürgerschaft, deren aktuelle Herausforderungen und alternative Modellvorschläge für postnationale Mitgliedschaft und Zugehörigkeit. Als Vertreter für das „klassische Paradigma einer Soziologie der Staatsbürgerschaft“ (29) stehen Thomas Marshall, Talcott Parsons und Ralf Dahrendorf, von denen jeweils ein zentraler Beitrag aufgenommen wurde. Die herausgestellten Grundaspekte „Staatszentriertheit“ und „nationale Identität“ in den Spannungsverhältnissen von „Status/Praxis, Universalismus/Partikularismus sowie Inklusion/Exklusion“ (14) dienen als Bezugskategorien für die gegenwärtige Infragestellung des nationalen Modells von Bürgerschaftlichkeit aus den unterschiedlichsten Blickrichtungen. Zum einen werden die innergesellschaftlichen Prozesse des sozialen Wandels im Kontext neoliberaler Bestrebungen, den Wohlfahrtsstaat auf ein Minimum zu reduzieren, hinsichtlich ihrer Konsequenzen für die „Staatsbürgerschaft zwischen Staat und Markt“ (117) kontrovers dargestellt. In einem zweiten Schwerpunkt widmen sich die Autoren den Tendenzen der Entgrenzung und Universalisierung von Bürgerschaft durch Europäisierung und Globalisierung, die sowohl „neue Formen politischer Inkorporation“ (235) eröffnen als auch das Problem der sozialen Integration und Solidarität in den Kontext transnationaler Mitgliedschaftsräume stellt. Ein dritter Schwerpunkt setzt sich mit Aspekten der „Partikularisierung der Staatsbürgerschaft“ (309) aus der Perspektive von Minderheitentheorie und Feminismus auseinander. Diskutiert werden die Erfordernisse und Möglichkeiten einer Ablösung nationaler Identitätsmodelle durch das Konzept eines „differenzierten Universalismus“ (395). Dass sich angesichts der enormen Herausforderungen nationale Staatsbürgerschaft in der Konsequenz als ein „Auslaufmodell“ erweisen könnte, stellt sich für die Herausgeber angesichts ihrer zentralen integrativen Bedeutung jedoch „mehr als zweifelhaft“ (21) dar.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 2.22.212.223.14.425.41 Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Jürgen Mackert / Hans-Peter Müller (Hrsg.): Moderne (Staats)Bürgerschaft. Wiesbaden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26027-moderne-staatsbuergerschaft_30274, veröffentlicht am 03.12.2007. Buch-Nr.: 30274 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA