/ 19.06.2013
Christian Lammert
Nationale Bewegungen in Québec und Korsika 1960-2000
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2004 (Nordamerikastudien); 313 S.; kart., 39,90 €; ISBN 3-593-37466-8Gesellschaftswiss. Diss. Frankfurt a. M.; Gutachter: H.-J. Puhle. - Der Autor vergleicht die sezessionistischen Bewegungen Quebecs und Korsikas. Er verwendet dafür das in einigen Punkten abgewandelte Phasenmodell von Miroslav Hroch, das den Prozess der Formierung nationaler Minderheitenbewegungen in drei Phasen (Konstituierungs-, Etablierungs- und Normalisierungsphase) unterteilt. Diesem Phasenmodell entspricht auch der Aufbau der Arbeit, die nach den Ursachen der unterschiedlichen Entwicklungen der nationalen Bewegungen Quebecs und Korsikas fragt. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass sich mit jeder Entwicklungsphase auch die Faktoren verändern, die auf den Verlauf ethnisch-separatistischer Konflikte Einfluss nehmen. Lammert identifiziert jedoch vier zentrale Faktoren, die die Entstehung und Etablierung einer nationalen Bewegung entscheidend beeinflussen: 1. tatsächlich existierende oder lediglich perzipierte sozioökonomische Unterschiede, 2. die personellen und finanziellen Ressourcen der nationalen Bewegung, 3. die Reaktion der Regierung auf die nationale Bewegung und 4. der allgemeine politische Kontext. Die schwer lesbare Analyse ist sowohl methodisch als auch inhaltlich hoch interessant. Jedoch schlägt sie nicht den Bogen von der Identifizierung der Einflussfaktoren zur zentralen Frage nach den Regelungsmöglichkeiten derartiger Konflikte.
Kristina Eichhorst (KE)
Dr., Länderreferentin im Team Asien der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Rubrizierung: 2.22 | 2.23 | 2.64 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Kristina Eichhorst, Rezension zu: Christian Lammert: Nationale Bewegungen in Québec und Korsika 1960-2000 Frankfurt a. M./New York: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20697-nationale-bewegungen-in-qubec-und-korsika-1960-2000_24141, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24141
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Dr., Länderreferentin im Team Asien der Konrad-Adenauer-Stiftung.
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