/ 20.06.2013
Katrin Ullmann
Neither Foe nor Friend. The American Image of Russia in Transition
Marburg: Tectum Verlag 2005; 112 S.; 24,90 €; ISBN 3-8288-8785-6Ullmann skizziert den Wandel der Beziehungen zwischen Russland und den USA auf Regierungsebene und zeichnet die Veränderungen des amerikanischen Russlandbildes in den letzten Jahrzehnten nach. In den 80er-Jahren sei die UdSSR noch vorwiegend als gefährlicher Systemgegner wahrgenommen worden. Heute gelte Russland zwar nicht unbedingt als Freund, aber auch nicht mehr als Feind der USA und die meisten Amerikaner befürworteten die Aufnahme des Landes in die NATO. Während sich in den ersten Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges noch ein deutliches Interesse der Amerikaner an Russland gezeigt habe, sei dieses inzwischen weitgehend abgeflaut und einer wohlwollenden Gleichgültigkeit gewichen, diagnostiziert die Autorin. Diese Veränderungen belegt sie durch verschiedene Umfragedaten und Statistiken, wie etwa zur Anzahl der Reisen von US-Amerikanern nach Russland. Zudem hat sie selbst eine kleine Analyse durchgeführt, die die Präsenz Russlands in den Medien belegen soll. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um eine Datenbankabfrage, die aufgrund der wenig sinnvollen Vorgehensweise keine aussagekräftigen Ergebnisse liefert. Insgesamt erscheinen die inhaltlichen Aussagen der Verfasserin zwar durchaus schlüssig, die angeführten Belege sind aber quantitativ und qualitativ unzureichend. Für die weitere wissenschaftliche Arbeit kann die knappe Darstellung deshalb kaum verwendet werden.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.23 | 2.62 | 2.64 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Katrin Ullmann: Neither Foe nor Friend. Marburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23939-neither-foe-nor-friend_27527, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27527
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA