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/ 03.06.2013
Gabriele Beckmann

Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit. Mode, Methode oder politische Vision?

Münster: Lit 1997 (Spektrum 47); 136 S.; 34,80 DM; ISBN 3-8258-3097-7
Während der vergangenen Entwicklungsdekaden wurden verschiedene Konzepte und Methoden zur stärkeren Beteiligung der Betroffenen an Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit erarbeitet. Dennoch wird bis heute der Mehrzahl der Entwicklungsprojekte eine ungenügende Partizipation der Zielgruppen bescheinigt. Die Autorin sucht die Diskrepanz zwischen entwicklungspolitischem Anspruch und Realität zu erklären. Hierzu rekonstruiert sie die unterschiedlichen Bedeutungen und Verständnisse des vielschichtigen und unscharfen Partizipationsbegriffes vor dem Hintergrund der ihnen zugrundeliegenden jeweiligen Gesellschaftsbilder und geht auf die entwicklungspolitische Diskussion der Partizipationsforderung ein. Die in der Praxis wirksamen Vorstellungen über Partizipation werden zum einen am Beispiel der beiden gängigen Erhebungs- und Planungsinstrumente ZOPP (Zielorientierte Projektplanung) und PRA (Participatory Rural/Rapid Appraisal) und zum anderen anhand einer inhaltsanalytischen Auswertung von Dokumenten verschiedener enwicklungspolitischer Akteure untersucht. Hierbei unterscheidet sie zwischen einem idealistischen und einem pragmatischen Ansatz. Beckmann plädiert für einen realistischeren Umgang mit Partizipation, die immer wieder neu ausgehandelt werden muß und in der Regel konflikthaft verläuft.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.44 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Gabriele Beckmann: Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit. Münster: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2503-partizipation-in-der-entwicklungszusammenarbeit_3222, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 3222 Rezension drucken
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