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/ 12.06.2013
Cornelie Kunze / Józef Olszyński (Hrsg.)

Polens Wirtschaft – Transformation, EU-Integration, Aufholprozess, Krisenbewältigung

Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2012 (Transformation. Leipziger Beiträge zu Wirtschaft und Gesellschaft 29); 154 S.; brosch., 18,50 €; ISBN 978-3-86583-708-0
Wenngleich Polen unter eher ungünstigen ökonomischen Bedingungen in die Marktwirtschaft startete, hat sich das Land deutlich besser als erwartet entwickelt und war während der globalen Wirtschafts‑ und Finanzmarktkrise sogar der einzige EU‑Staat, der auf dem Wachstumspfad blieb. Aufgrund dieser Tatsache fragen die Herausgeber, wie sich der dynamische Aufholprozess und die überraschend gute Leistung der polnischen Volkswirtschaft während der Krise erklären lassen. Krystyna Pozna?ska arbeitet in ihrem Beitrag heraus, dass gerade Innovationen für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von entscheidender Bedeutung sind. Zwar befinde sich das Innovativitätsniveau der polnischen Wirtschaft im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch nicht auf den Spitzenrängen, allerdings sei Polen seit einigen Jahren sichtbar bemüht, in diesem Bereich aufzuholen. Es hat entsprechende Förderungsprogramme initiiert, die Pozna?ska vorstellt: Beispielsweise gibt es seit mehreren Jahren eine dynamisch ansteigende Zahl an Zentren für Innovation und Unternehmertum, neue Förderinstrumente für Projektanträge sowie das Operative Programm Innovative Wirtschaft, das mit 9,71 Milliarden Euro das Entstehen von innovativen Unternehmen fördert. Die Wichtigkeit der Innovationen wird auch im Artikel von Piotr Albi?ski herausgestrichen, der insgesamt aufzeigen möchte, wie Polen trotz der Wirtschaftskrise die Maastricht‑Kriterien erfüllen konnte. So habe sich das Land klare Sparmaßnahmen auferlegt, um den Haushalt zu konsolidieren (Einfrieren der Gehälter im Staatssektor, Begrenzung des Sterbegeldes und der Ausgaben für den Arbeitsfonds, dreijährige Mehrwertsteuererhöhung) und gleichzeitig versucht, Voraussetzungen zu schaffen, die die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen (Innovationsmaßnahmen). Albi?ski betont aber auch, dass ein Beitritt Polens zur Eurozone „nicht nur von den Fortschritten der nominalen und realen Konvergenz in Polen ab[hängt], sondern auch von einem Ende der mit der Schuldenkrise in der Eurozone verbundenen Spannungen“ (133).
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.612.22.222.2624.22 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Cornelie Kunze / Józef Olszyński (Hrsg.): Polens Wirtschaft – Transformation, EU-Integration, Aufholprozess, Krisenbewältigung Leipzig: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14550-polens-wirtschaft--transformation-eu-integration-aufholprozess-krisenbewaeltigung_43535, veröffentlicht am 23.05.2013. Buch-Nr.: 43535 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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