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/ 20.06.2013
Mathias Bös

Rasse und Ethnizität. Zur Problemgeschichte zweier Begriffe in der amerikanischen Soziologie

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005; 364 S.; brosch., 39,90 €; ISBN 3-531-14552-5
Nominaldefinitionen sind das eine, Sozialwissenschaft etwas anderes, möchte man angesichts dieser Studie behaupten. Der Marburger Soziologieprofessor Bös widmet sich der Begriffsgeschichte von Rasse und Ethnizität in der amerikanischen Soziologie: Wie verändern sich ihre Konturen, d. h. ihre Definition und ihre Ungleichheitsdimensionen im Laufe der Forschung? Diese Frage ist eingebettet in das Bild der Gesellschaft als Ganzes. Für die Antworten wurden 130 Bücher genauer untersucht; neun von ihnen werden in Exkursen behandelt. Der Zeitraum ist in vier Phasen unterteilt: 1920 bis 1945, bis 1968, bis 1989, bis 2000. Im Kern verbinde beide Begriffe der „abstammungsorientierte Mitgliedschaftsglaube im Zusammenhang mit einem als Schicksalsgemeinschaft vorgestellten historischen Kollektiv, persönlicher Identifikation und spezifischen kulturellen Symbolen“ (322). Darüber hinaus zeigen sie freilich eine erhebliche historische Variabilität. Soweit sie sich nicht als austauschbar erweisen, wird versucht, die Rasse als unassimilierbar von der Ethnie abzugrenzen. Da diese Grenzziehung der Realität kaum entspricht, bestätigt Bös die Aktualität des Ethniebegriffs.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 2.232.64 Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Mathias Bös: Rasse und Ethnizität. Wiesbaden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23884-rasse-und-ethnizitaet_27457, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 27457 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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