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/ 12.06.2013
Ellinor Zeino-Mahmalat

Saudi Arabia’s and Iran’s Iraq Policies in the Post-Gulf War Era

Online-Publikation 2012 (http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5825/pdf/Dissertation.pdf); XIV, 280 S.
Diss. Hamburg; Begutachtung: C. Jacobeit, M. Brzoska. – Wie haben sich die außenpolitischen Positionen Saudi Arabiens und Irans seit den 1990er‑Jahren gegenüber dem Irak verändert? In ihrer zwischen den Teildisziplinen Internationale Beziehungen, vergleichende Politikwissenschaft und Area Studies angesiedelten Arbeit geht Ellinor Zeino‑Mahmalat von der Annahme aus, dass die Golfregion einerseits eine normale Region potenzieller staatlicher Interessenkonflikte darstellt, andererseits jedoch auch ein Raum erhöhter Konfliktdichte ist. Die Auswahl ihrer Fallstudie begründet die Autorin deshalb wie folgt: „Iraq has been the central party of war in the last three Gulf Wars and has continued to be a critical site where the political, geo‑strategic and geo‑economic security order of the Gulf was decided. For both Saudi Arabia and Iran, Iraq has constituted one of the most challenging neighbor countries and has occupied a prime issue in their regional policies.“ (245) In ihrer multitheoretischen Perspektive – neorealistisch, staatszentriert, konstruktivistisch und interdependenztheoretisch – kommt die Autorin zu folgenden zentralen Befunden hinsichtlich der von Saudi‑Arabien wie auch dem Iran verfolgten sicherheitspolitischen Strategien: Während bis 2003 sowohl der Iran als auch Saudi Arabien trotz aller politischen und ideologischen Differenzen eine ähnliche Sicherheitspolitik verfolgten, die eine Sicherung der Region über die Garantie der Integrität der Nationalstaaten zum Ziel hatte, beginnt sich diese Ähnlichkeit ab 2003 beziehungsweise 2005 aufzulösen: „With regard to Iran, there could be observed a strongly power‑oriented understanding of national security that was based on the idea of regional predominance and power advantages over others. Saudi Arabia, on the other hand, showed a still defensive conception of security, but also a stronger discontent with the evolving regional (im)balance of power and interests.“ (248) Ob und inwieweit mit Blick auf die Sicherheitsarchitektur des untersuchten Raums noch die Interessen von Dritten – Zeino‑Mahmalat fokussiert sich hier sehr stark auf die USA – eine Rolle gespielt haben oder spielen, wäre eine weitere Frage gewesen. Deren Beantwortung hätte die ohnedies schon materialreiche, zudem noch grafisch und tabellarisch reichhaltig ausgestattete Studie sinnvoll ergänzt.
Matthias Lemke (LEM)
Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.222.634.41 Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Ellinor Zeino-Mahmalat: Saudi Arabia’s and Iran’s Iraq Policies in the Post-Gulf War Era 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14532-saudi-arabias-and-irans-iraq-policies-in-the-post-gulf-war-era_43505, veröffentlicht am 11.04.2013. Buch-Nr.: 43505 Rezension drucken
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